Prisma

Durch Patentdiät länger leben?

Angeblich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse

cae | Eine kalorienreduzierte Diät an den ersten fünf Tagen jeden Monats senkt auf die Dauer den Blutdruck und das Körpergewicht und soll dadurch das Leben verlängern – so das Fazit einer jetzt publizierten Studie. Die Autoren sind jedoch nicht frei von Interessenkonflikten.
Foto: dima_pics – Fotolia.com
Was auf diesem Fastenteller noch fehlt, ist das in der amerikanischen Studie getestete Diätprodukt.

Die Studie wurde an der University of Southern California (USC) im Cross-over-Design ein halbes Jahr lang mit anfangs 100 Probanden im Alter von 20 bis 70 Jahren durchgeführt, von denen 71 bis zum Schluss durchhielten. Je 50 Probanden setzten in den ersten drei Monaten ihre gewohnte Ernährung fort oder wandten die „Fasting Mimicking Diet“ (FMD™) an: Sie ernährten sich an den ersten fünf Tagen jeden Monats nur von Wasser und der bilanzierten Diät ProLon®, wobei sie am ersten Tag 1090 kcal und an den vier folgenden Tagen 725 kcal aufnahmen. Der Name ist von dem auf die Umverpackung gedruckten Heilsversprechen „Promoting health and Longevity“ abgeleitet. Laut Produktinformation soll TDM zu „gesunden“ Werten von Blutdruck, Cholesterol- und Glucosespiegel sowie C-reaktivem Protein Insulin-ähnlichem Wachstumsfaktor 1 (IGF-1) führen. Die Inhaltsstoffe von ProLon sind allerdings nicht deklariert.

In der Diätphase nahmen die Probanden 2,6 kg ab, ihr Body-Mass-Index ging von 27,4 auf 25,3 zurück, und ihr Blutdruck sank um 4,5/3,1 mmHg (Durchschnittwerte). Cholesterol- und Glucosespiegel erniedrigten sich insbesondere bei den Probanden mit pathologisch erhöhten Ausgangswerten. Die Autoren folgern deshalb, dass FMD das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse verringert. Im gesamten Kollektiv waren die Effekte der TDM allerdings nicht signifikant, sodass erst eine weitere Studie mit Risikopersonen einen Wirksamkeitsbeweis erbringen könnte. Angeblich gab es keinen Jo-Jo-Effekt: Die Probanden, die zuerst in der Diätgruppe waren, behielten ihre besseren Werte auch im zweiten Teil der Studie.

Die Studie wurde von den staatlichen National Institutes of Health gefördert, aber auch direkt von einer Stiftung für Gerontologie an der USC, die in diesem Bereich auch kommerziell tätig ist: Die USC ist Miteigentümerin der Firma L-Nutra, die das Diätprodukt ProLon herstellt und vermarktet. An der Studie war auch der deutsche Mediziner Andreas Michalsen beteiligt, der die Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde an der Charité-Universitätsmedizin Berlin innehat. |

Quelle

Wei M, et al. Fasting-mimicking diet and markers/risk factors for aging, diabetes, cancer, and cardiovascular disease. Sci Transl Med 2017;9:377

0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.