Therapien im Gespräch

Die Medikation optimieren …

... mit den neuen POP-Fällen

du | Auch im Jahr 2017 hat die POP-Gruppe unter Federführung von Dr. Olaf Rose, Münster, und Prof. Dr. Hartmut Derendorf, Gainsville/Florida, anhand von sechs neuen Fällen gezeigt, wie Medikationsanalyse und interdisziplinäres Medikationsmanagement helfen können, nicht nur die Therapie der Patienten zu verbessern, sondern auch die Lebensqualität. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Deshalb findet sich zu jedem der inzwischen 59 erschienenen POP-Fälle ein AMTS-Spezial-Beitrag, in dem für solche Aspekte auch jenseits der POP-Fälle sensibilisiert wird.

POP-Fall Nr. 54: Eine Patientin mit anaphylaktischem Schock. Frau K. ist in der Apotheke als Stammkundin bekannt, die neben Pflegekosmetik und OTC-Arzneimitteln regelmäßig Rezepte für Ramipril 5 mg gegen ihren erhöhten Blutdruck einlöst. Zwei Tage nach der Einlösung einer Verordnung über Penicillin wegen einer eitrigen Tonsillitis erscheint Frau K. sichtlich mitgenommen und blass in der Apotheke mit einem Rezept über Fenistil® Dragees und Clarithromycin 250 mg Tabletten. Sie berichtet, sie habe die erste Penicillin-Tablette kurz nach Erhalt der Packung in einem Café eingenommen, in dem sie mit einer Freundin verabredet war. Kurz nach der Einnahme habe sie ein „komisches, flaues Gefühl im Magen“ und ein Hitzegefühl im Gesicht bekommen. Ihre Freundin habe sie auf ein geschwollenes Augenlid und Flecken im Gesicht aufmerksam gemacht. Sie habe mit Mühe die Toilette erreicht, wo sie sich übergeben musste, und dann habe es ihr „den Kreislauf weggezogen“. Der von der Kellnerin alarmierte Notarzt brachte sie in die Klinik, wo man ihr die Diagnose „anaphylaktischer Schock, am ehesten auf Penicillin“ mitgeteilt habe. (DAZ 2, S. 44). Ein anaphylaktischer Schock ist besonders bei Vorliegen einer Wespenstich-Allergie gefürchtet. Anlass für Verena Stahl, in dem AMTS-Spezialbeitrag für die Notfallbehandlung mit dem Adrenalin-Injektor und dessen richtige Anwendung zu sensibilisieren. (DAZ 2, S. 54)

POP-Fall Nr. 55: Eine Patientin mit schwerem Asthma. Eine 73-jährige Patientin leidet an schwerem Asthma bronchiale. Trotz jahrzehntelanger Maximaltherapie ist ihr Asthma nicht kontrolliert, und sie ist in ihren Alltagsaktivitäten stark eingeschränkt. Erfahren Sie, welche Therapieoptionen und welche neuen Zusatzbehandlungen es für Patienten mit schweren Verlaufsformen gibt, die auch dieser Patientin im Rahmen eines Medikationsmanagements helfen können (DAZ 12, S. 46). In dem AMTS-Spezialbeitrag legt Dr. Verena Stahl den Fokus auf die oft stiefmütterliche Behandlung von älteren Patienten mit Asthma. (DAZ 12, S. 54)


POP-Fall Nr. 56: Ein Patient mit benignem Prostatasyndrom. Martin D. ist ein 72-jähriger Patient mit Hypertonie und Diabetes Typ II, der sich vor Kurzem wegen akuten Harnverhalts assoziiert mit benignem Prostatasyndrom (BPS) in ärztlicher Behandlung befand. Ein Blasenkatheter wurde gesetzt und eine Therapie mit Tamsulosin eingeleitet. Zwei Wochen später erfolgte nach einem vergeblichen Blasenkatheter-Auslassversuch eine transurethrale Resektion der Prostata. Nach anfänglicher Makrohämaturie klarte der Urin im weiteren Verlauf auf. Bei sonografisch restharnfreier Blasenentleerung wurde sowohl der transurethrale als auch der suprapubische Katheter entfernt. Der Patient klagte über Dysurie verbunden mit Drang-(Urge-)Inkontinenz und entwickelte hohes Fieber . Eine Medikationsanalyse soll helfen, die Probleme zu lösen (DAZ 19, S. 50). Der AMTS-Spezialbeitrag beleuchtet die Sturz-Gefahr im Alter, die bei Patienten mit einem benignen Prostatasyndrom und dem damit verbundenen verstärkten Harndrang erhöht sein kann. (DAZ 19, S. 60)

POP-Fall Nr. 57: Ein Patient mit posttraumatischer Belastungsstörung. Durch ein belastendes Ereignis vor einigen Jahren hat Herr S. eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickelt. Er hat psychologische Unterstützung und bereits einige Psychotherapien hinter sich. Zurzeit macht er eine Therapiepause, auch wenn noch nicht alle Behandlungs­ziele erreicht sind: Manchmal fällt es ihm schwer, zu Fuß die Straße zu überqueren, und er kann nicht allein im PKW über die Rheinbrücken seiner Heimatstadt fahren. Seit einem Jahr kann er nicht mehr gut schlafen und schwitzt noch stärker als zuvor – nachts muss er mehrmals sein T-Shirt wechseln, und tagsüber ist er ebenfalls nach kleinster körperlicher Anstrengung durchgeschwitzt. Nun möchte Herr S. wissen, ob dies an seinen Medikamenten liegen kann und welche Therapieoptionen es für die Schweißsymptomatik gibt. (DAZ 29, S. 36). Verena Stahl widmet in diesem Zusammenhang ihren AMTS-Spezialbeitrag dem Albtraum „Trauma und Sucht“, also der Posttraumatischen Belastungsstörung und dem Substanzmissbrauch, einer häufig gestellten Doppeldiagnose. (DAZ 29, S. 44)

POP-Fall Nr. 58: Eine Patientin mit Migräne. Eine 52-jährige Patientin mit Vorhofflimmern und einer Hyperlipidämie hatte vor drei Jahren einen Schlaganfall erlitten und leidet nun unter Migräneattacken. Vor dem Hintergrund ihrer kardiovaskulären Vorerkrankung bittet sie um Überprüfung ihrer Dauermedikation und um Informationen zu einer geeigneten Migränetherapie (DAZ 38, S. 26). Oft genug verzichten Kopfschmerz- und Mi­gränepatienten auf professionellen Rat und greifen zu OTC-Produkten. Wenn das zu häufig geschieht und die Therapie mit Analgetika und Triptanen aus dem Ruder läuft, dann ist der Weg in den Medikamenten-induzierten Kopfschmerz gebahnt. Ein Fall für den AMTS-Spezialbeitrag zu diesem POP-Fall. (DAZ 38, S. 34)

POP-Fall Nr. 59: Eine geriatrische Patientin mit Hypertonie. Eine 91-jährige Patientin leidet unter Bluthochdruck und Arthrose-bedingten Veränderungen in Hüft- und Schultergelenk. Sie klagt über Schmerzen und Blutdruckschwankungen mit Schwindel. Sie erhält eine Vielzahl von Arzneimitteln, die zum Teil für geriatrische Patienten potenziell ungeeignet sind. Insbesondere die Schmerzmedikation entpuppt sich als Problem, aber auch die blutdrucksenkende Therapie entpuppt sich als interaktionsträchtig. Die Medikationsanalyse wird mit dem Ziel durchgeführt, die Schmerzkontrolle zu verbessern, die Mobilität zu erhalten, die Schwindelproblematik zu ­beheben und die Tablettenzahl zu reduzieren (DAZ 46, S. 50). Der AMTS-Spezialbeitrag befasst sich mit den Besonderheiten der Antihypertensiva-Therapie im Alter und damit vor allem unter Einbeziehung von Komorbiditäten. (DAZ 46, S. 62)

Die vollständigen und alle weiteren POP-Fälle incl. AMTS-Spezialbeiträge finden Abonnenten der DAZ unter https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/pop. |

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