DAZ aktuell

Modellprojekt zur Dorfgemeinschaft 2.0

Vernetzung der Heilberufler und Kommunikation mit Patienten steht im Mittelpunkt

REMAGEN (hb) | In ländlichen Räumen werden die Entfernungen zum Arzt und zur Apotheke für viele Bürger und speziell für ältere Menschen zunehmend zu einem Problem. Um dem abzuhelfen, wird in der niedersächsischen Region Grafschaft Bentheim mit der Stadt Nordhorn/Südliches Emsland modellhaft ein gesundheitsbezogenes Versorgungskonzept entwickelt.

Das Rahmen-Konzept mit dem Namen „Dorfgemeinschaft 2.0“ ist eine digitale Plattform, die sich mit den vier Lebensräumen Wohnen, Versorgung, Mobilität und Gesundheit und Pflege befasst. Die Basis bildet der „Virtuelle Dorfmarktplatz“, auf dem die Dienste zusammengeführt und von allen genutzt werden können. Das „physische Zentrum“ des Projektes wird im ehemaligen Marienkrankenhaus in Nordhorn eingerichtet. Zudem soll es in mehreren Orten Dependancen geben.

Im Bereich Gesundheit und Pflege ist unter anderem eine „mobile Gesundheitsversorgung“ geplant, mit der eine aufsuchende telemedizinische Betreuung eingerichtet werden soll. Im Kern geht es um die Etablierung einer digitalen Plattform für lokale Dienstleister wie Apotheken, Pflegedienste, Ärzte. Auch Karin Ammeling aus der Bookholter Apotheke in Nordhorn ist mit dabei: Es sei ein „zukunftsweisendes Projekt, auch für die Apotheke vor Ort“, sagte sie gegenüber DAZ.online. „Daher bringe ich mich dort im Bereich meiner Expertise in Fachfragen und Diskussionen ein. Bisher sind es aber noch reine Projektskizzen, bei denen ich berate.“ Um Projekte wie die „Dorfgemeinschaft“ in die Zukunft zu bringen, müsse sich die interdisziplinäre Zusammenarbeit Arzt – Pflege –Apotheker noch deutlich verbessern. Zudem müssten gesetzliche und politische Strukturen geschaffen werden, die so eine Zusammenarbeit attraktiv und umsetzbar machen, so Ammeling.

Der Landesapothekerverband und die Apothekerkammer Niedersachsen sind in das Projekt bislang nicht unmittelbar involviert. Trotz dieses frühen Stadiums übt das Projekt aber schon Strahlkraft auf benachbarte Regionen aus. So überlegt man beim Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) bereits, wie bzw. in welchem Rahmen man sich daran beteiligen könnte. Denn das Projekt ist nicht zwingend an Landesgrenzen gebunden. Olaf Elsner, Apotheker aus Gütersloh und AVWL-Vorstandsmitglied, betonte gegenüber DAZ.online, man werde bei sämtlichen noch zu entwickelnden Angeboten und Instrumenten den Patienten in den Mittelpunkt stellen. |

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