Apotheke und Markt

Vom Psychostimulans zum Co-Analgetikum

Coffein ist mehr als der Muntermacher am Morgen

rei | Drei Prozent Coffein ist in Kaffee enthalten, der aus der aufbereiteten, gerösteten und gemahlenen Steinfrucht des Kaffeestrauches Coffea arabica zubereitet wird. Die Mehrzahl der Deutschen kommt ohne eine Coffein-Dosis am Morgen nicht aus. Doch die Substanz kann mehr als nur wach machen. Was Coffein in der Schmerztherapie leistet und wie es die Wirkung von Schmerzmitteln verstärkt, wurde im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.
Foto: Sanofi-Aventis

Der Kaffeestrauch Coffea arabica ist in Äthiopien heimisch und hat sich entlang der tropischen Breitengrade über das afrikanische Hochland und Ostasien bis in hohe Lagen Mittel- und Südamerikas ausgebreitet. Aus den Kaffeebohnen isolierte der deutsche Apotheker Friedlieb Ferdinand Runge im Jahr 1820 Coffein, das mittlerweile die weltweit am häufigsten konsumierte, pharmakologisch aktive Substanz ist.

Von der Wirkung her ist Coffein ein kompetitiver Adenosin-Rezeptor-Ant­agonist. Während gebundenes Adenosin die Aktivität zerebraler Neurone dämpft, erhöht Coffein die Aufmerksamkeit. Coffein wirkt – abhängig von der Dosis – leistungssteigernd, und zwar sowohl psychisch als auch physisch. Das Lernen wird erleichtert, und die Schmerzverarbeitung wird positiv beeinflusst. Coffein besitzt eine große therapeutische Breite und eine schnelle Wirkung.

Analgetikum-Verstärker

Was macht Coffein so interessant? Vor allem die Tatsache, dass es die Wirkung von nichtsteroidalen Analgetika verstärken kann. Wird entsprechenden Substanzen mindestens 100 mg Coffein zugesetzt, lässt sich ein zusätzlicher schmerzlindernder Effekt erreichen, das hat ein systematisches Review gezeigt. Die Wirkung war in diesem Review auch ohne Dosissteigerung deutlich erhöht und entsprach annähernd einer Verdopplung der Schmerzmitteldosis. Es kam zu einem beschleunigten Wirkeintritt, der 15 Minuten schneller war als bei den Einzelsubstanzen; die Verträglichkeit war gut.

Beste Studienlage und beste therapeutische Evidenz

In Bezug auf den Spannungskopfschmerz hat eine Metaanalyse gezeigt, dass in allen Studien eine Menge von 70 bis 150 mg Coffein zusätzlich zu einem Analgetikum dem Analgetikum alleine überlegen war. Unübertroffen war dabei die Kombination aus ASS + Paracetamol + Coffein (z. B. in Thomapyrin®): Sie lieferte das beste Ergebnis in allen Indikationen: Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerz und Migräne. Für Fachgesellschaften – die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft sowie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie – steht die fixe Kombination aus ASS + Paracetamol + Coffein daher auch an 1. Stelle der Empfehlungen für die Selbstmedikation, sowohl bei Spannungskopfschmerz als auch bei akuten Migräneattacken.

Coffein und coffeinhaltige Kombinationen sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sicher: Sie besitzen kein Suchtpotenzial, führen keinen medikamenten-induzierten Kopfschmerz und keine Zunahme der Kopfschmerzhäufigkeit herbei und sind nicht nierentoxisch.

Die Dreierkombination aus ASS, Paracetamol und Coffein steht unter der Marke Thomapyrin® in zwei Varianten zur Verfügung: Thomapyrin® Classic für leichte bis mäßig starke Schmerzen enthält 250 mg Acetylsalicylsäure, 200 mg Paracetamol und 50 mg Coffein pro Tablette, in Thomapyrin® Intensiv für stärkere Kopfschmerzen und Migräne ist die Paracetamol-Komponente mit 250 mg pro Tablette höher dosiert.

Quelle: Pressekonferenz „Wirkstoffforschung aktuell: Coffein – der Turbo in der Kopfschmerztherapie“, 13.07.2017, Hamburg, veranstaltet von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

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