Prisma

Hohe Zigarettenpreise schützen

Säuglingssterblichkeit sinkt nach Steuererhöhung

du | Schwangere und junge Mütter, die rauchen, erhöhen die gesundheitlichen Risiken ihrer Kinder und tragen zu einer höheren Säuglingssterblichkeit bei. Doch hier lässt sich gegensteuern. Je teurer die Zigaretten sind, umso niedriger ist die Säuglingssterblichkeit.
Foto: D. Ott – stock.adobe.com

Das untermauert jetzt eine Studie, in der die Auswirkungen durchschnittlicher Zigarettenpreise auf die Säuglingssterblichkeit in 23 EU-Ländern untersucht worden ist. Analysiert wurde der Zeitraum zwischen 2004 und 2014. In diesem Zeitraum waren die Zigarettenpreise als Folge der EU-Steuergesetzgebung europaweit gestiegen. Dabei konnte festgestellt werden, dass parallel zum Anstieg der Zigarettenpreise die Säuglingssterblichkeit sank. So führte ein um 1 Euro erhöhter Packungspreis zu einer Abnahme der Säuglingstodesfälle um 0,23/1000 Lebendgeburten im ersten Jahr des Preisanstiegs und um 0,16/1000 Lebendgeburten im Folgejahr. Aber auch die Preisdifferenz zwischen der billigsten Zigarettenpackung und dem Durchschnittspreis aller Anbieter hatte Auswirkungen. Ein 10%iger Anstieg der Differenz war assoziiert mit einem Anstieg von 0,07 Säuglingstodesfällen pro 1000 Lebendgeburten im folgenden Jahr. Insgesamt lag die durchschnittliche Säuglingssterblichkeit 2004 bei 4,4 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten, im Jahr 2014 bei 3,5 pro 1000. Für den gesamten Zeitraum konnte bei insgesamt 53.704.641 Lebendgeburten die Zahl der Todesfälle um 9208 reduziert werden. Damit bestätigen diese Daten ältere ähnliche Ergebnisse aus den USA und Kanada. |

Quelle

Filippos T, et al.: JAMA Pediatr. publ. online 18. September 2017

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