DAZ aktuell

Wertschöpfungsanteil der Apotheken sinkt

GKV gibt mehr Geld für Arzneimittel-Mehrwertsteuer und Verwaltung aus als für Apotheken

BERLIN (ks) | Die ABDA hat ihre neue Statistik-Broschüre zu den „Zahlen, Daten und Fakten“ der Apotheke veröffentlicht. Sie spiegelt den Markt zum Ende des Jahres 2016 wider. In dem 67-seitigen Heft wurden 2017 auch neue Daten aufgenommen. Ob nun frisch oder nicht: Rückblickend sind diese Zahlen allemal interessant und aufschlussreich. Zum Beispiel: Wie viel GKV-Geld floss den Apotheken 2016 zu? Und wie viel steckten die Kassen in ihre Verwaltung?

Was die Apothekenzahl betrifft, sieht man deutlich, dass es sich um Zahlen aus dem vergangenen Jahr handelt. Denn mittlerweile ist die Schwelle von 20.000 Apotheken in Deutschland unterschritten. Ende 2016 waren es noch 20.023 Haupt- und Filialapotheken, die insgesamt 156.428 Mitarbeiter beschäftigten – vor allem (89,1%) Frauen.

Zudem gibt es Fakten zur wirtschaft­lichen Situation der Apotheken und ihrer Rolle in der GKV: Während der Wertschöpfungsanteil der Apotheken an den GKV-Gesamtausgaben zehn Jahre zuvor bei 2,6 Prozent lag, waren es 2016 nur noch 2,3 Prozent. In absoluten Zahlen sind dies 5,04 Milliarden Euro, die an die Apotheken flossen. Zum Vergleich: Die Verwaltungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen hatten einen Anteil von 4,9 Prozent.

Betrachtet man die GKV-Arzneimittelausgaben im Jahr 2016 in Höhe von 32,96 Milliarden Euro isoliert, so hatten die Apotheken daran einen Anteil von 15,3 Prozent. 65,6 Prozent des Kuchens flossen dagegen in die Industrie (21,59 Mrd. Euro), 16 Prozent über die Mehrwertsteuer an den Staat (5,27 Mrd. Euro) und 3,2 Prozent an den Großhandel (1,06 Mrd. Euro).

Für ABDA-Präsident Friedemann Schmidt zeigt dieser vergleichsweise bescheidene Wertschöpfungsanteil der Apotheken „einmal mehr, dass die Arzneimittelversorgung in Deutschland effizient organisiert ist und keinen Kostentreiber darstellt“.

Die ABDA-Broschüre hat auch Daten zur Struktur des Apothekenmarktes zu bieten. Dazu gehören Kerndaten zu Apothekenzahlen und -dichte – nebst Aufschlüsselungen zu Haupt- und Filialapotheken, speziellen Betriebsformen, Rezeptsammelstellen und Versandhandel. Neu sind in diesem Jahr unter anderem Angaben zu den Marktanteilen des Versandhandels – vergleichende Zahlen gibt es hier allerdings noch nicht. |

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Analyse zu den Daten des ABDA-Wirtschaftsberichts 2017

Heute gut und morgen ungewiss

Jahrbuch „Zahlen, Daten, Fakten 2018“

Weniger Apotheken, mehr Beschäftigte

ABDA präsentiert die Apothekenwirtschaftsdaten für 2019 / Apothekenzahl sinkt im ersten Quartal 2020 unter 19.000

Weniger Apotheken – mehr Umsatz

IMS-Zahlen für Januar 2016

Flaute im Apotheken-Markt

Rohertrags-Monitor für September 2015

Spanne weiter auf Sinkflug

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.