Prisma

Nicht mögliche Kausalkette

Totenscheine oft mangelhaft

cae | Die Ausstellung von Todes­bescheinigungen in Deutschland ist nicht befriedigend, so lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie.
Foto: Syda Productions – stock.adobe.com
Ist ihr Mann eines natürlichen Todes gestorben? Neuerdings nähren Skandale in Krankenhäusern und Pflegeheimen das Misstrauen der Hinterbliebenen.

Der Rechtsmediziner Fred Zack und Mitarbeiter von der Universität Rostock haben 10.000 fortlaufende Todesbescheinigungen, die im Einzugsgebiet des Krematoriums Rostock von August 2012 bis Mai 2015 ausgestellt worden waren, formal und inhaltlich überprüft und die dabei entdeckten Fehler aus­gewertet. Im Krematorium findet vor jeder Feuerbestattung eine zweite Leichenschau statt, bei der der Arzt die Angaben im Totenschein mit seinem eigenen Befund vergleicht. Insgesamt fanden die Autoren 38.852 Fehler, von denen sie 3116 als schwerwiegend eingestuft haben. Am häufigsten waren

  • eine nicht mögliche Kausalkette in dem Feld „Todesursache/Klinischer Befund“,
  • die Nichterreichbarkeit des Leichenschauarztes durch fehlende Angaben und
  • das Fehlen des Vermerks von sicheren Todeszeichen.

Die Autoren fordern, eine bundes­einheitliche Todesbescheinigung ­einzuführen und den Zeitraum, der den Ärzten zum Ausfüllen dieses Formulars zur Verfügung steht, zu verlängern. |

Quelle

Zack F et al. Fehler bei der Ausstellung der Todesbescheinigung – eine Analyse von 10.000 Sterbefällen aus Mecklenburg. Rechtsmedizin; Epub 18.8.2017

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