Arzneimittel und Therapie

Vorsicht Interaktionen!

Cannabidiol und Antikonvulsiva

rr | Cannabidiol (CBD) kommt bei schwer zu kontrollierenden Epilepsie-Formen wie Dravet- und Lennox-Gastaut-Syndrom zum Einsatz. Welche Interaktionen mit anderen Antikonvulsiva sind klinisch relevant?

Es ist bekannt, dass CBD die Enzyme CYP2C19, CYP2D6, CYP2C9 und Vertreter der CYP3-Familie hemmt. Interaktionen mit anderen Arzneimitteln sind deshalb wahrscheinlich. Eine offene Sicherheitsstudie untersuchte pharmakokinetische Interaktionen mit gängigen Antiepileptika. 39 Erwachsene und 42 Kinder erhielten anfänglich eine CBD-Dosis von 5 mg/kg/Tag, die auf maximal 50 mg/kg/Tag titriert werden konnte. In Kombination stiegen die Serumspiegel von Topiramat und Rufinamid, bei Erwachsenen zudem von Zonisamid und Eslicarbaz­epin. Alle Änderungen bewegten sich jedoch im therapeutischen Bereich. Einzige Ausnahme: Bei gleichzeitiger Einnahme von Clobazam klagten die Erwachsenen über eine verstärkte Sedierung; der Serumspiegel des aktiven Metaboliten N-Desmethylclobazam war deutlich erhöht.

Die Autoren empfehlen grundsätzlich ein Monitoring bei gleichzeitiger Anwendung von CBD und Antikonvulsiva. Im Besonderen raten sie zur Kontrolle der Leberfunktion bei Kombination mit Valproat, da erhöhte AST- und ALT-Werte beobachtet wurden. |

Quelle

Gaston TE et al. Interactions between cannabidiol and commonly used antiepileptic drugs. Epilepsia 2017; doi: 10.1111/epi.13852

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