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Gröhe bleibt bei der eGK zuversichtlich

Digitale Vernetzung von Ärzten und Krankenhäusern kann beginnen

BERLIN (ks) | Vergangenes Wochenende hieß es in den Medien, dass die Regierung womöglich die elektronische Gesundheitskarte (eGK) nach der Wahl für gescheitert erklären wolle. Es sei „unsicherer denn je, wann die Gesundheitskarte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt“, erklärte der Vorstandschef der AOK Bayern, Helmut Platzer. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und der Verband der Ersatzkassen (vdek) widersprachen.

„Wenn man mit Fachleuten redet, hört man, das sei eine Technik, die eigentlich schon überholt ist“, zitierte die dpa zudem den Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Wolfgang Krombholz. Minister Gröhe erklärte daraufhin gegenüber dem Radiosender „MDR Aktuell“, er könne die Ungeduld zwar verstehen, „aber für Ausstiegsszenarien gibt es überhaupt keinen Anlass“. Erst Ende Juni wurde eine Erprobungsphase abgeschlossen. Die Betreiberorganisation Gematik habe „den Testlauf als ‚positiv beendet‘ bewertet und sozusagen damit den Schalter umgelegt, dass es aus der Testphase jetzt in das Ausrollen des Realbetriebes geht“, so Gröhe. Auch eine Sprecherin seines Hauses erklärte, Berichte über Pläne, die eGK auf­zugeben, seien „schlicht falsch.“ Vielmehr habe man dafür gesorgt, „dass nach mehr als zwölf Jahren endlich Schwung in die Digitalisierung des Gesundheitswesens gekommen ist“.

Der IT-Hersteller Compugroup, der auf Arztpraxen und Apotheken spezialisiert ist, zeigte sich ebenfalls zuversichtlich. Die Firma erwarte die Zulassung der nötigen Konnektoren durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) „binnen Wochen“, erklärte ein Sprecher.

Auch vdek-Chefin Ulrike Elsner erklärte, öffentliche Spekulationen über das mögliche Aus für die eGK seien kontraproduktiv und gingen an der Realität vorbei. Die Entwicklung der Telematikinfrastruktur sei weit vorangekommen. Man solle sich von den bisherigen Verzögerungen nicht verleiten lassen, dieses wichtige Projekt jetzt komplett infrage zu stellen. Zudem könne von „überholter Technik“ keine Rede sein, so Elsner. Die eGK solle schließlich nicht vorrangig ein Speichermedium sein, sondern vor allem ein Schlüssel zu neuen digitalen Anwendungen, etwa der elektronischen Patientenakte. |

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