Arzneimittel und Therapie

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Mirabegron bei überaktiver Blase

Nachdem der Beta-3-Adrenozeptor­agonist Mirabegron (Betmiga®) bereits ein Jahr nach seiner Einführung wieder vom deutschen Markt verschwand, hat sich der Hersteller Astellas nun zu einem Relaunch entschieden. Ab 15. August 2017 ist der Wirkstoff zur Therapie der überaktiven Blase in Deutschland wieder erhältlich.
Foto: Astelela

Bisher dominieren Anticholinergika die Therapie der überaktiven Blase. Ende 2012 wurde in Europa eine Alternative zugelassen: der Beta-3-Adrenozeptoragonist Mirabegron, der 2014 auch in Deutschland erhältlich war. Doch schon ein Jahr später, im Juni 2015, wurde er vom Hersteller wieder vom Markt genommen. Der Grund: fehlende Einigung mit dem GKV-Spitzenverband auf einen Erstattungsbetrag. Nun kommt der Wirkstoff zurück. Zum 15. August 2017 wird Mirabegron erneut auf dem deutschen Markt eingeführt. Der Hintergrund: Die Schiedsstelle hatte einen Erstattungsbetrag festgesetzt. Astellas beklagte den Schiedsspruch und erlangte vor Gericht die aufschiebende Wirkung der Klage. Bis zur rechtskräftigen Entscheidung wurde eine Preisobergrenze durch das Gericht festgesetzt. Dies ist der Preis, zu dem Betmiga® nun wieder in den Verkehr gebracht wird und der auch von der GKV bezahlt werden muss.

Der Beta-3-Adrenozeptoragonist ist zugelassen zur Therapie von plötzlichem Harndrang, erhöhter Miktionsfrequenz und/oder Dranginkontinenz bei Erwachsenen mit überaktiver Blase (OAB). Er führt zu einer Relaxation der Harnblase und wirkt damit in der Speicherphase, nicht in der Entleerungsphase, erläuterte Prof. Dr. Christian Gratzke, München, auf einer von der Astellas Pharma GmbH unterstützten Veranstaltung. Mirabegron erwies sich in klinischen Studien als ähnlich effektiv wie Anticholinergika, ohne die typischen cholinergen Nebenwirkungen zu verursachen. Insbesondere die für Anticholinergika charakteristische Mundtrockenheit ist unter dem Beta-3-Adrenozeptoragonist nicht häufiger als unter Placebo. Bei Wahl von Mirabegron sollte allerdings auf den Blutdruck geachtet werden: Bei Patienten mit schwerer, unkontrollierter Hypertonie darf der Beta-3-Adrenozeptor­agonist nicht eingesetzt werden. |

Apothekerin Dr. Beate Fessler

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