DAZ aktuell

OTC-Preisschub in Schweden

Unerfüllte Reform-Hoffnungen

BERLIN (bro/daz) | Im Jahr 2009 hat die schwedische Regierung den Apothekenmarkt massiv dereguliert. Ein Ziel der Maßnahmen war es, die OTC-Preise zu senken. Einer aktuellen Untersuchung zufolge ist dies misslungen.
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Unter anderem dürfen in Schweden seit bald acht Jahren bestimmte OTC-Arzneimittel auch außerhalb von Apotheken verkauft werden, z. B. in Supermärkten, Drogerien oder Tankstellen mit einer entsprechenden Konzession. Die Hoffnung: Mehr Wettbewerb, geringere Preise. Doch jetzt hat das schwe­dische Apotheken-Fachblatt „Dagens Apotek“ die Durchschnittspreise von 105 OTC-Präparaten aus den Jahren 2008 und 2015 miteinander verglichen. Das Ergebnis: 94 der untersuchten ­Produkte sind teurer geworden, nur elf günstiger. Es zeigte sich die Tendenz, dass bei seltener abgegebenen Medikamenten die Preissprünge größer waren.

Am auffälligsten war die Preissteigerung bei der Augensalbe Noviform (Bibrocathol). Sie kostete 2008 59 Schwedische Kronen (etwa 6,20 Euro) und ist jetzt im Durchschnitt für 116 Kronen zu haben. Laut „Dagens Apotek“ wurde die Inflation in die Durchschnittspreise bereits eingerechnet. Die Untersuchung enthält allerdings keine Hinweise dazu, wie die Preisentwicklungen in den unterschiedlichen Vertriebskanälen verlaufen sind. Ob die Preise in den OTC-Shops oder im Versandhandel tendenziell günstiger sind als in der Apotheke vor Ort, beantwortet die Analyse also nicht. |

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