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„Dienst nach Vorschrift“

Motivation, Engagement und innere Kündigung (Teil II)

Im ersten Teil unserer Miniserie ­haben wir uns mit Arbeitsmotiven und einer förderlichen Fehlerkultur im Betrieb befasst. Diesmal geht es um die Auswirkungen, die der Verlust von Motivation für die Apotheke hat, sowie um Empfehlungen, wie man der inneren Kündigung von Angestellten vorbeugen kann.
Foto: absolutimages – Fotolia.com

Eine innere Kündigung verläuft zunächst unbemerkt für die Umwelt: Mitarbeiter, die sonst äußert engagiert und ideenreich waren, drosseln ihren Tatendrang, die Leistung wird reduziert und liegt unter dem Ausgangsniveau. Der Mitarbeiter leistet lediglich „Dienst nach Vorschrift“, was sich durch Nachlassen der Arbeitsleistung und der Kreativität auszeichnet, bis hin zum unternehmensschädigenden Verhalten. Berufliche Ziele und Interessen treten in den Hintergrund. Der betroffene Mitarbeiter wird unzufrieden und ist nur noch durch äußere Anreize (Mangel an ­Alternativen, Gehalt) an das Unternehmen gebunden.

Abgrenzung zum Burnout

Burnout ist ein Erschöpfungszustand aufgrund von chronisch erlebtem Stress. Der Betroffene geht körperlich und psychisch an seine persönlichen Grenzen. Sein Tatendrang wird erst durch die absolute Erschöpfung gebremst. Dieser Zustand ist durch eine allgemeine Verschlechterung der körperlichen und psychischen Gesundheit charakterisiert. Betroffene ziehen sich zurück – sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext.

Die innere Kündigung ist im Gegensatz zum Burnout eine bewusste Entscheidung, die sich zunächst im beruflichen Kontext zeigt: Der Mitarbeiter verlagert häufig sein Engagement auf andere Bereiche. Dennoch wirkt sich auf Dauer auch die innere Kündigung negativ auf die Gesundheit und die Psyche aus.

Innere Kündigung ist ansteckend

Arbeitnehmer, die unzufrieden mit der Situation am Arbeitsplatz sind, strahlen ihre negative Grundstimmung aus: Sie beklagen sich häufig, sind lustlos und bringen sich im Unternehmen nicht mehr mit ein. Diese Emotionen sind ansteckend, und die Stimmung ist übertragbar: Es besteht die Gefahr für das Unternehmen, dass die Motivation im gesamten Team sinkt und die Leistung deutlich nachlässt. Im schlechtesten Fall werden die schlechte Grundstimmung und die allgemeine Unzufriedenheit auch auf Kunden übertragen.

Mitarbeitergespräche beugen innerer Kündigung vor

Mitarbeitergespräche sind strukturierte, gut vorbereitete, vertrauliche Gespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Sie haben das Ziel, die Zusammenarbeit zu optimieren und Raum für eine gegenseitige Rückmeldung und konstruktive Kritik zu geben.

Mitarbeitergespräche, Feedback­gespräche und Personalentwicklungsgespräche zwischen Angestellten und Führungskräften, in denen die gegenseitigen Vorstellungen und Erwartungen kommuniziert werden können, helfen dabei, Engagement und Mo­tivation der Arbeitnehmer auf einem gleichbleibenden Niveau zu erhalten. |

Tatiana Dikta, B. Sc. Psychologie und PTA

Quellen

C. Mandl (2017). Vom Fehler zum Erfolg: Effektives Failure Management für Innovation und Corporate Entrepreneurship

Engagement erhalten – innere Kündigung vermeiden. iga.Report 33 (2016)

B. Badura Hrsg. (2017). Arbeit und Gesundheit im 21. Jahrhundert: Mitarbeiterbindung durch Kulturentwicklung

L. von Rosenstiel (2015). Motivation im Betrieb

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