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Impfpflicht in Italien

Deutschland setzt weiter auf Freiwilligkeit

hfd/ral | Die italienische Regierung führt eine gesetzliche Impfpflicht ein. Ungeimpfte Kinder werden künftig nicht in Kindergärten oder Vorschulklassen aufgenommen, auch sind hohe Bußgelder vorgesehen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will sich von seiner italienischen Kollegin nicht anstecken lassen.

Als Reaktion auf eine seit Anfang des Jahres grassierende Masernepidemie hat die italienische Regierung eine gesetzliche Impfpflicht erlassen. Die italienische Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin hatte sich schon seit Längerem dafür stark gemacht, konnte sich aber erst jetzt gegen den Widerstand aus dem Erziehungsministerium oder der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung durchsetzen. Ministerpräsident Paolo Gentiloni ­erklärte am Freitag, dass die Impfpflicht für zwölf Krankheiten gilt – neben Masern auch Hirnhautent­zündung, Tetanus, Kinderlähmung, Mumps, Keuchhusten und Windpocken. Lorenzin erklärte, die Einführung der Impfpflicht sei eine „sehr starke Botschaft an die Bevölkerung“. Sie muss jedoch mit Widerstand rechnen: Laut der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ riefen Anti-Impfverbände bereits zu einer nationalen Protestkundgebung auf.

„Unsere Maßnahmen reichen“

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist nach wie vor überzeugt, dass eine Impfpflicht in Deutschland nicht notwendig ist. Die neuen Maßnahmen zur Erhöhung der Impfbereitschaft seien schon scharf, erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube, dass unsere Maßnahmen das Ziel erreichen werden.“ Der Minister sagte, die Impfbereitschaft bei der ersten Standardimpfung sei hierzulande groß, dann sinke sie. „Es geht darum, dass wir diejenigen, die zu einer ersten Impfung ja gesagt haben, durch beharrliches Erinnern dazu führen, auch die zweite Impfung vorzunehmen.“ |

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