Prisma

Riesenvirus aus Österreich …

... mit ungewöhnlichem Genom

cae | In einer Kläranlage von Klosterneuburg bei Wien wurde ein Riesenvirus entdeckt, das den Namen Klosneuvirus erhielt.

Riesenviren sind 0,4 bis 1,5 µm lang und besitzen Genome mit 0,6 bis 2,5 Millionen Basenpaaaren (HIV: 0,1 µm, 9700 Basenpaare). Sie befallen vor allem einzellige Eukaryonten wie Amöben und Wimpertierchen und gelten für Säugetiere als harmlos. Über ihre Stellung im Stammbaum des Lebens gehen die Ansichten weit auseinander, je nachdem ob man ihren Ursprung bei den „normalen“ Viren oder bei zellulären Organismen vermutet.

Die Entdecker von Klosneurovirus nehmen an, dass dieses sich sein großes Genom schrittweise aus seinen Wirten angeeignet hat. In dem Genom fällt die große Anzahl von Genen auf, die Aminoacyl-tRNA-Synthetasen codieren; mit ihnen kann Klosneuvirus theoretisch ein größeres Spektrum an Proteinen synthetisieren als jedes andere Virus. Wie viele Proteine es tatsächlich synthetisiert, ist noch nicht bekannt. Derzeit hält Megavirus chilensis mit ca. 1120 Proteinen den Rekord unter den Viren. |

Quelle

Schulz F et al. Giant viruses with an expanded complement of translation system components. Science 2017;356(6333):82-85

Das könnte Sie auch interessieren

Die Mutationen des SARS-CoV-2 – ein Thema mit Variationen

Müssen wir Angst vor dem „Killer-Virus“ haben?

Extrem ansteckend und keine Impfung oder Therapie in Sicht

Bedrohung durch Ebola?

Peptid-Nanopartikel-Konjugate hemmen Influenza-Viren

Eintritt verweigert

Herpes-simplex-Viren mal ganz anders

Das erste onkolytische Immuntherapeutikum

Unaussprechlich und nicht ungefährlich

Und noch ein Virus: Chikungunya

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.