Aus den Ländern

Bessere Therapie durch pharmazeutische Betreuung

Mitgliederversammlung des LAV Rheinland-Pfalz

MAINZ (ms) | Auch auf der Mitgliederversammlung des Landesapothekerverbandes Rheinland-Pfalz am 25. März wurden die aktuellen Themen der Apothekenwelt diskutiert. Höhepunkt des Tages war die Verleihung des Förderpreises der LAV-Petrick-Stiftung.

Nicht am eigenen Ast sägen

Der LAV-Vorsitzende Theo Hasse begann seinen Bericht mit einer SWR-Sendung zur Lage der Apotheken. Darin wurde deutlich, dass immer mehr Apotheken schließen müssen, statistisch eine pro Monat. Auch wenn die Lage insgesamt noch nicht dramatisch ist, warnt der Verband davor, dass vor allem im ländlichen Bereich wichtige Versorgungsstrukturen wegbrechen.

Selten erhalten Apotheken eine posi­tive Berichterstattung in den Medien, stellte Hasse fest. Enttäuscht zeigte er sich von einem Test, in dem Vor-Ort-Apotheken nicht nur in der Kategorie Preis, sondern auch bei der Beratung schlechter als Versandapotheken abschnitten. „Ofenkrusti, Boni und pralle Tüten ersetzen keine Beratung“, mahnte Hasse. „So sägt man an dem Ast, auf dem man selber sitzt.“

Aktuelle Wirtschaftslage

Laut Hasse lag der Umsatzzuwachs der Apotheken im letzten Jahr durchschnittlich bei 3%. Die Rohgewinne sinken prozentual beständig, wofür vor allem der höhere Wareneinsatz und die Hochpreiser verantwortlich sind. Hasse wies darauf hin, dass nicht alle Apotheken am Umsatzplus beteiligt sind, sondern sich jede vierte Apotheke im Umsatzminus befindet. Positiv bewertete Hasse die Änderungen in der Arzneimittelpreisverordnung und das Verbot der Zytostatika-Ausschreibungen.

Preise der LAV-Petrick-Stiftung

Die im Jahre 1994 gegründete Stiftung fördert die Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern sowie wissenschaftliche Arbeiten auf pharmazeutisch-medizinischem Gebiet.

Dieses Jahr ging der erste Preis an das Palliativteam SAPV (spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung) Rhein­Erft. Das Palliativnetzwerk aus Ärzten, Hospizen, Pflegekräften und Apothekern wurde 2007 gegründet. Im Jahr 2015 betreute das Netzwerk 413 Patienten, davon die meisten zu Hause, erklärte Dr. Klaus Ruberg von der Kronen-Apotheke Marxen in Wesseling. Die Apotheker übernehmen in der Versorgung die Planung und Umsetzung des Medikationsmanagements sowie die Herstellung spezieller Rezepturen.

Foto: DAZ/ms
Die Preisträger der LAV-Petrick-Stiftung (v. l.): Apothekerin Maira Anna Deters für die DIADEMA-Studie, Dr. Klaus Ruberg und Dr. Astrid Bitschnau-Lueg für das Palliativteam Rhein­Erft.

Der zweite Preis ging an die Initiatoren der DIADEMA-Studie. Ziel der zweiarmigen Studie war es, den Blutzuckerspiegel von Typ-1-Diabetikern dadurch zu verbessern, dass Apotheker in die Standardbetreuung miteinbezogen wurden. 40 Patienten wurden von einem Diabetesteam und einer Apotheke betreut, 28 Patienten erhielten nur die Standardversorgung durch ein Diabetesteam. Es konnte gezeigt werden, dass sich die Qualität der Therapie nachhaltig verbessert, wenn die Patienten zusätzlich pharmazeutisch betreut werden.

Umzug der Geschäftsstelle

Ein neues Mitglied im Team des LAV wurde vorgestellt: Peter Schreiber wird als juristischer Berater in Zukunft die Geschäftsstelle unterstützen. Der anstehende Umzug der Geschäftsstelle ist für den 10. April geplant. Die neue Adresse ist die Terrassenstraße 18 in Mainz. Deshalb wird die Geschäftsstelle vom 5. bis zum 7. April nicht zu erreichen sein. Nach dem Umzug ist ein Tag der offenen Tür im Spätsommer vorgesehen. |

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