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Die Basis für eine Zusammenarbeit fehlt

Zerwürfnis im Hessischen Apothekerverband – Vorstandsmitglieder zurückgetreten

BERLIN (ks/bro) | In der Führungsspitze des hessischen Apothekerverbandes (HAV) kam es Ende vergangener Woche zu einem Zerwürfnis: Vier der sieben HAV-Vorstandsmitglieder haben am 17. März ihren Rücktritt erklärt. Als Grund nennen sie, dass die Basis für eine „vertrauensvolle und zukunftsgerichtete“ Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden Dr. Detlef Weidemann nicht mehr bestehe.

Vergangene Woche Freitag ist ein Teil des Vorstandes des Hessischen Apothekerverbandes (HAV) zu einer Sitzung zusammengekommen. Zur Überraschung vieler Verbandsmitglieder kam es dabei zu einer Rücktritts­erklärung des stellvertretenden Vor­sitzenden Holger Seyfarth sowie der Vorstandsmitglieder Mira Sellheim, Miriam Oster und Cornelia Brauch. Im Vorstand verbleiben nun neben Weidemann noch Uwe Arlt und Bernd Rupprecht. Dem Vernehmen nach hatten die vier zurückgetretenen Vorstände ihrem Vorsitzenden Weidemann zuvor einen Rücktritt nahegelegt.

Foto: HAV
„Ein normaler demokratischer Vorgang“ So äußert sich der HAV-Vorstandsvorsitzende Dr. Detlef Weidemann zum aktuellen Rücktritt von vier der sieben HAV-Vorstandsmitglieder.

„Deutliche Differenzen“

In einer Pressemitteilung erklären Seyfarth, Sellheim, Oster und Brauch, dass es schon in letzten Monaten und Jahren immer wieder zu „deutlichen Differenzen“ mit dem Vorsitzenden ­gekommen war.

Der Wiesbadener Apotheker Weidemann hatte Anfang 2015 Dr. Peter Homann als langjährigen Vorsitzenden abgelöst. Schon damals war darüber nicht jeder glücklich. Bereits kurz nach der Wahl gab es Streit mit dem damaligen stellvertretenden Vorsitzendes des HAV, Dr. Rudolf Diefenbach. Diefenbach war daraufhin zurück­getreten.

Die zurückgetretenen Vorstände weisen zudem darauf hin, dass der HAV-Vorstand eigentlich neun Mitglieder umfasse. Bei der Wahl im Herbst 2014 sei aber im Wahlkreis Kassel/Fulda nur einer von zwei möglichen Kandidaten angetreten. Und dieser – Dr. Ulrich Roesrath – verstarb kürzlich plötzlich. Damit hat der Vorstand nur noch sieben Mitglieder.

Dreiköpfiger HAV-Vorstand ist nicht mehr handlungsfähig

Doch mit nur noch drei von theoretisch neun möglichen Mitgliedern habe der HAV-Vorstand seine Legitimation und somit seine Handlungs­fähigkeit verloren, heißt es in der Mitteilung der Zurückgetretenen.

Weidemann selbst gibt sich in einem Rundfax vom 20. März an die HAV-Mitglieder unbeirrt: Dies sei ein „ganz normaler demokratischer Vorgang“. Die HAV-Satzung sehe ein geregeltes Verfahren für einen solchen Fall vor: Zunächst erfolgt eine Wahlausschreibung mit dem Aufruf, innerhalb von einem Monat Wahlvorschläge einzureichen. Etwa drei Wochen später wird innerhalb eines Monats gewählt.

„Neue Köpfe, neue Gedanken“

Weidemann ermuntert seine Kollegen, sich zur Wahl zu stellen: „Neuwahlen sind auch immer die Gelegenheit für neue Köpfe, für neue Gedanken. Darauf freue ich mich.“ Er weist zudem darauf hin, dass der HAV jetzt nicht führungslos sei: Die Satzung bestimme, dass Verantwortung, Pflichten und Rechte beim amtieren Vorsitzenden liegen. Bei alledem sei eines wichtig, betont Weidemann: „Dass wir alle nach außen die Geschlossenheit unseres Verbandes bewahren. Gerade jetzt schaut die Politik besonders auf uns“. Er selbst will übrigens wieder für den Vorsitz kandidieren. |

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