Gesundheitspolitik

securPharm: Die Uhr tickt

Die heiße Vorbereitungszeit läuft

BERLIN (ks) | Zwei Jahre sind noch Zeit. Dann dürfen rezeptpflichtige Arzneimittel nur noch mit speziellen Sicherheitsmerkmalen in den Verkehr gebracht werden. Die Uhr zur Umsetzung der europäischen Vorgaben zum Fälschungsschutz in der legalen Arzneimittel-Lieferkette tickt also.

Ab dem 9. Februar 2019 müssen verschreibungspflichtige Arzneimittel eine individuelle Seriennummer und eine Art Siegel tragen, an dem erkennbar ist, ob die Verpackung bereits geöffnet wurde oder unversehrt ist. Apotheken müssen diese Merkmale dann vor der Abgabe an den Patienten überprüfen.

Es verbleiben also noch zwei Jahre, um die gesetzlichen Anforderungen umzusetzen. Das mag im ersten Moment komfortabel klingen – zumal die EU-Richtlinie, auf der sämtliche Maßnahmen fußen, bereits 2011 erlassen wurde. Doch den Akteuren ist klar: Die Anforderungen, die zu erfüllen sind, sind keinesfalls banal. Bei securPharm, der deutschen Organisation für den Aufbau des technischen Systems zur Echtheitsprüfung der Arzneimittel, gibt man sich zwar optimistisch. Doch damit wirklich alles fristgerecht klappt, darf sich nun sicher keiner der Beteiligten zurücklehnen.

Obwohl securPharm schon 2013 in den Probelauf gegangen ist, sind bislang nur etwa 100 Hersteller mit im Boot, weitere 100 sollen laut securPharm 2017 dazukommen. Dr. Reinhard Hoferichter, ­securPharm-Vorstandssprecher, weist darauf hin, dass das Datenbanksystem der pharmazeutischen Industrie so weit ausgebaut ist, dass sich alle Unternehmen anschließen können. „Meine Empfehlung ist, diese Chance jetzt zu nutzen, um die Prozesse zu trainieren, bevor es ab 9. Februar 2019 ernst wird“, sagt Hoferichter – und räumt ein: „Angesichts der komplexen Anforderungen sind die verbleibenden zwei Jahre für die Umsetzung eine knappe Zeit.“

Auch auf die Apotheken und den pharmazeutischen Großhandel kommt schon in diesem Jahr Neues zu. 2017 soll eine neue Version des Apothekenservers fertiggestellt werden, die auf eine hohe Nutzeranzahl ausgelegt ist. 2018 schließlich sollen sämtliche Apotheken und Großhandlungen an das Gesamtsystem angeschlossen sein. Auch die rund 400 Klinikapotheken müssen eingebunden werden. |

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