Wirtschaft

Durststrecke bei Novartis

Stagnation bei Umsatz und Gewinn

cha/dpa | Novartis selbst bezeichnet in seiner Pressemeldung seine Ergebnisse als „solide“, doch eigentlich stagnieren die Geschäfte. Zudem steht angesichts der Äußerung von US-Präsident Trump, die Pharmaindustrie komme „mit Mord ungeschoren davon“, ein großes Fragezeichen hinter der zukünftigen Entwicklung in den Vereinigten Staaten.

Die Erlöse des Schweizer Pharmakonzerns sanken im abgelaufenen Jahr um 2% auf 48,52 Mrd. US-Dollar, das operative Kernergebnis um 6% auf knapp 13 Mrd. US-Dollar.

Speziell der Patentablauf des Blockbusters Glivec führte zu ­Umsatzeinbußen von insgesamt 6 Prozentpunkten. Diese konnten allerdings durch Zuwächse bei ­anderen Medikamenten weitgehend ausgeglichen werden.

Dabei erreichte Cosentyx mit einem Jahresumsatz von 1,1 Mrd. US-Dollar Blockbusterstatus, während das Herzmittel Entresto mit Erlösen von 170 Mio. US-Dollar im Gesamtjahr hinter der vom ­Management zuletzt genannten (niedrigen) Zielgröße von rund 200 Mio. US-Dollar zurückblieb.

Als Belastung erwies sich die Augenheilsparte Alcon: Hier werde im Laufe des Jahres geprüft, ob das Geschäft weitergeführt oder verkauft werde.

Um die Aktionäre dennoch bei Laune zu halten, wird die Dividende um 2% auf 2,75 Franken erhöht und ein Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden Dollar gestartet.

Jimenez plant Treffen mit Trump

Trotz des eingangs erwähnten Mordvorwurfs von US-Präsident Trump kam bei der Bilanzpressekonferenz kein böses Wort über die Lippen von Novartis-Chef Joe Jimenez. Wie die FAZ berichtet, kündigte er an, dass man sich „auf die Zusammenarbeit mit der Regierung Trump“ freue. Novartis erwirtschafte „nur“ 35% seines Umsatzes in den USA und sei damit weniger abhängig vom US-Markt als andere Unternehmen. Die neue amerikanische Regierung sei sich der Bedeutung der Pharmaindustrie bewusst. Falls nicht, hat Jimenez Nachhilfestunden offenbar schon geplant: Er will in den nächsten Monaten „Mister Trump“ persönlich treffen. |

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