Wirtschaft

QMS: Mehr Aufwand als Nutzen

APOkix-Umfrage: Die Zuversicht wächst

BERLIN (ks) | Seit 2012 müssen Apotheken ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) unterhalten. Die aktuelle Auswertung der APOkix-Monatsfrage des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH) zeigt: Zwei Drittel der Apothekenleiterinnen und -leiter sind mit dem eigenen QMS zufrieden. Die meisten setzen dabei auf ein internes QMS-Handbuch ohne Zertifikat.

Mit der Reform der Apotheken­betriebsordnung im Jahr 2012 wurde für alle Apotheken ein verpflichtendes QMS eingeführt. Somit ist das Qualitätsmanagement heute Standard in den deutschen Apotheken. Das IFH hatte die APOkix-Teilnehmer schon 2014 gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem QMS sind – im vergangenen Oktober wiederholte es viele dieser Fragen und setzte noch welche dazu.

Jede zweite Apotheke verzichtet auf Zertifikat

Es zeigte sich: Während 2014 noch 60 Prozent der befragten APOkix-Teilnehmer auf ein DIN- oder Kammerzertifikat setzten, sind dies nunmehr nur noch jeweils rund ein Viertel. 46 Prozent nutzen hingegen mittlerweile ein internes QMS-Handbuch ohne Zertifikat. Sechs Prozent betreiben ein anderes QMS.

Was den Nutzen des QMS betrifft, so können diesen die Apotheken durchaus erkennen: Am meisten schätzen die Befragten die zusätzliche Sicherheit, die ein QMS ­bietet. So sind fast acht von zehn Apothekern damit zufrieden, wie ihr QMS sie unterstützt, Fehler zu vermeiden und damit eine ­höhere Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten. 68 Prozent der Apothekenleiterinnen und -leiter sehen eine positive Auswirkung des QMS auf die Beratung und Betreuung ihrer Kunden. In Hinblick auf die Verbesserung interner Prozesse (zum Beispiel Zeit­ersparnis) und die Außendarstellung der Apotheken gegenüber Kunden wird der Nutzen im Vergleich etwas geringer bewertet. Doch auch hier gibt noch mehr als die Hälfte der Befragten an, zufrieden zu sein.

QMS als Herausforderung

Doch es gibt auch eine Kehrseite: 65 Prozent der Befragten sehen die Umsetzung des QMS als eine große Herausforderung für ihre Apotheke. Nur 23 Prozent meinen, dass Kosten und Aufwand auch dem Nutzen des QMS entsprechen. Dennoch geben immerhin 36 Prozent an, der Nutzen des QMS für die eigene Apotheke habe sich seit dessen Einführung stetig erhöht. Auf der anderen Seite sind rund 65 Prozent nicht der Meinung, dass die QMS-Pflicht für Apotheken gut ist. Für eine stärkere Kontrolle der Apotheken bei ihrer QMS-Umsetzung sprechen sich lediglich 17 Prozent aus. Die aktuellen Antworten weichen übrigens in diesen Punkten kaum von denen der Befragung von 2014 ab.

Vor einem Jahr brach nach dem EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung die Stimmung ein. Seitdem wächst die Zuversicht für die Zukunft langsam aber stetig.

Konjunkturindizes entwickeln sich positiv

Indessen stieg im Oktober auch wieder das Stimmungsbarometer bei den Apothekern. Die vom IFH ermittelten Indizes zur Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage zeigen beide eine Aufwärtstendenz. So stieg der Index für die aktuelle Geschäftslage gegenüber dem Vormonat um knapp sechs Punkte auf 88,6 Punkte. Nahezu 22 Prozent der rund 230 APOkix-Teilnehmer bewerteten ihre derzeitige wirtschaftliche Situation positiv. 44 Prozent beurteilten sie als neutral, 34 Prozent als negativ. Auch der Index für die erwartete Geschäftsentwicklung verzeich­nete eine positive Entwicklung: Er stieg um 4,4 Punkte auf nunmehr 65,8 Punkte. Das ist der bisherige Höchststand in diesem Jahr. Das Niveau ist allerdings nach wie vor bescheiden. Erst wenn die 100-Punkte-Marke erreicht ist, halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage. |

APOkix wird vom Kölner Institut für Handelsforschung initiiert und durchgeführt, die Noweda eG unterstützt APOkix im Rahmen eines Sponsorings, Medienpartner ist der Deutsche Apotheker Verlag.

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