Gesundheitspolitik

Kommentar: Punkten im ländlichen Raum

Christine Ahlheim

In dieser Woche sollen die Sondierungsgespräche der möglichen Jamaika-Koalitionäre zum Thema Gesundheit stattfinden. Dabei dürfte auch das Rx-Versandverbot, das die Union fordert, aber FDP und Grüne ablehnen, zur Sprache kommen. Doch was könnte die beiden kleineren Koalitionäre zum Umdenken bewegen?

Womöglich der Wunsch, dass sich ein Wahlergebnis, durch das eine rechtspopulistische Partei wie die AfD in den Bundestag gespült wurde, nicht wiederholen soll. Weltweit ist es der ländliche Raum, in dem Populisten wie Donald Trump, Marine Le Pen oder nun die AfD am meisten punkten können – in Regionen, in denen die Menschen sich abgehängt fühlen, in denen es immer weniger Arbeitsplätze gibt, in denen die gesundheitliche Versorgung schleichend schlechter wird. Die Populisten haben dagegen zwar auch keine Patentrezepte, aber sie bieten der Bevölkerung ein willkommenes Ventil, den etablierten Parteien einen Denkzettel zu verpassen.

Dass der ländliche Raum gestärkt werden muss, haben Union, FDP und Grüne durchaus erkannt. Zu hoffen ist, dass sie bei den anstehenden Verhandlungen die richtigen Konsequenzen ziehen. Denn eine Stärkung des ländlichen Raums wird nicht dadurch erreicht, dass man Arzt und Apotheker durch Internet und Postboten ersetzt. Ziel der neuen Bundesregierung muss es vielmehr sein, die Versorgung mit Landärzten und die flächendeckende Arzneimittelversorgung zu sichern. Eine wichtige Maßnahme hierbei wäre das Rx-Versandverbot – könnte es doch verhindern, dass die Landapotheken außer vom Ärztemangel auch noch von wegbrechenden Rx-Um­sätzen bedroht werden.

Christine Ahlheim, Chefredakteurin der AZ

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