Wirtschaft

Roche mit guten Zahlen

Biosimilar-Konkurrenz gefährdet Umsatzplus

eda | Der Basler Roche-Konzern konnte seine Verkaufserlöse in den ersten neun Monaten 2017 auf 39,4 Milliarden Schweizer Franken (knapp 34,2 Mrd. Euro) steigern. Sowohl die Pharma- als auch Diagnostik-Sparte legten mit einem Umsatzwachstum von fünf Prozent gleichermaßen zu.

Analysten hatten die positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits erwartet und die Schätzungen wurden sogar noch leicht übertroffen. Den jüngsten Umsatzschub im Bereich Pharma verdankt Roche seinen Innovationen bei den Immuntherapeutika. Hierzu gehören das Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus® (Ocrelizumab), das Lungenkrebs-Immuntherapeutikum Tecentriq® (Atezolizumab) sowie Perjeta® (Pertuzumab), das zur Behandlung von metastasierendem Brustkrebs eingesetzt wird. „60 Prozent des Wachstums stammt von diesen Produkten“, betonte Roche-CEO Severin Schwan. Allein mit Ocrevus® erzielte das Unternehmen dieses Jahr einen Umsatz von 500 Millionen Schweizer Franken, obwohl es erst seit Ende März zugelassen ist. Während die Umsätze auf den internationalen Märkten um vier und in den USA sogar um zehn Prozent stiegen, beobachten Analysten der Deutschen Bank den Umsatzrückgang in Europa um zwei Prozent mit Sorge.

Konkurrenzkampf mit ­Nachahmerprodukten

Zu schaffen macht dem Schweizer Unternehmen, dass immer mehr Nachahmerversionen ihrer biotechnologisch hergestellten Arzneimittel – sogenannte Biosimilars – in Europa zugelassen werden. Novartis und Celltrion bieten seit dem Patentablauf von MabThera® ihre Rituximab-Generika für die Therapie von Lymphomen und Arthritis an. Dies führte zu einem Umsatzrückgang beim Roche-Präparat um sechs Prozent – im dritten Quartal sogar um 16 Prozent. Weitere Biosimilars für die Krebs­immuntherapie wie Herceptin® (Trastuzumab) oder Avastin® (Bevacizumab) stehen kurz vor ihrer EU-Zulassung. Roche beabsichtigt, die zu erwartenden Einbußen durch weitere Innovationen zu kompensieren. |

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