Wirtschaft

Shop Apotheke auf Expansionskurs

Durch Übernahme der Europa Apotheek wächst Druck auf Versender DocMorris

ts | Mit der Übernahme der Europa Apotheek im holländischen Venlo will die Shop Apotheke, ebenso in Venlo zu Hause, Europas größte Online-Apotheke werden. Damit wächst der Druck auf DocMorris, die eigenen Expansionspläne konsequent weiterzuverfolgen.

Durch den am vergangenen Montag angekündigten Kauf der Muttergesellschaft von Europa Apotheek, der EHS Europe Health Services B. V., würde die Shop Apotheke 130 Mitarbeiter, einen Umsatz von rund 144 Mio. Euro und eine starke Position im europäischen Rx-Versandhandel dazugewinnen. Sofern eine außerordentliche Hauptversammlung im November grünes Licht für die Transaktion gibt, würden die beiden Unternehmen zusammengenommen sieben europäische Länder mit Arzneimitteln bedienen, 1,8 Millionen aktive Kunden haben und jährlich gemeinsam 318 Mio. Euro umsetzen.

Für Wettbewerber DocMorris und dessen Muttergesellschaft Zur Rose dürfte dies ein klares Signal sein, die eigene Expansion konsequent weiterzuverfolgen, um im Kampf um Marktanteile im Onlinehandel den Anschluss zu halten.

Die Shop Apotheke und Europa Apotheek haben in der Vergangenheit bereits eine wechselvolle On-Off-Beziehung geführt. Nach der Gründung der Shop Apotheke 2001 aus der Kölner Fortuna Apotheke heraus wurde diese 2010 an die Europa Apotheek Venlo B. V. verkauft, eine hundertprozentige Tochter von Medco Health Solutions. Drei Jahre danach war die Ehe jedoch beendet, die Shop Apotheke wurde aus der Europa Apotheek B. V.-Gruppe ausgegliedert und 2016 an die Börse gebracht.

Erst das EuGH-Urteil macht den Rx-Versand interessant

Für externe Beobachter mag das Hin und Her zwischen den beiden Versendern nicht sehr konsequent wirken. Tatsächlich dürfte dies ­damit zu tun haben, dass erst die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zur Rx-Preisbindung auch dieses Geschäft interessant gemacht hat. Nach Informationen von DAZ.online hatte Shop Apotheke deshalb 2016 bewusst erst einmal nur das OTC-Geschäft sowie den Handel mit Gesundheits- und Pflegeprodukten an die Börse gebracht, will nun angesichts der veränderten Lage aber auch das Geschäft mit den verschreibungspflichtigen Produkten mithilfe des altbekannten Partners hinzufügen.

Der Deal dürfte auch im Schweizerischen Frauenfeld, dem Sitz der DocMorris-Muttergesellschaft Zur Rose, aufmerksam verfolgt werden. DocMorris betreibt seit Jahren in Deutschland einen energischen Wachstumskurs und will nach Angaben von Zur Rose mög­licherweise noch in diesem Jahr eine hiesige Versandapotheke übernehmen.

In einer Kapitalmarktinformation stellt die Shop Apotheke die Wachstumsperspektiven heraus, die sich mit der Übernahme der Europa Apotheek ergeben sollen. Das kontinentaleuropäische Rx-Geschäft sei mit jährlich 129 Mrd. Euro rund viermal größer als der Umsatz mit OTC sowie Schönheits- und Pflegeprodukten. Da auf der anderen Seite der Onlinehandel mit Rx-Produkten im Vergleich zum Gesamtvolumen noch sehr gering sei, gebe es hier ein großes Wachstumspotenzial. Eine erhebliche Gefahr bestehe jedoch darin, dass die deutsche Politik den Onlinehandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gesetzlich verbieten könnte. |

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