Wirtschaft

Rezepturen sind Tagesgeschäft

APOkix-Umfrage: Lage besser, Aussicht schlechter

cha | Rezepturen gehören durchaus zum Tagesgeschäft der meisten Apotheken: Mehr als die Hälfte der im Rahmen des APOkix-Stimmungsbarometers befragten Apothekenleiter geben an, dass in ihren Apotheken mehrmals täglich Rezepturen hergestellt werden, bei jeweils gut einem Fünftel ist dies etwa einmal am Tag bzw. mehrmals die Woche der Fall.

Mit Abstand am stärksten nachgefragt sind dabei Salben, Cremes und Pasten: Nahezu jede Apotheke stellt diese häufig her. Individuelle Lösungen, Suspensionen und Emulsionen gehen zudem in 82 Prozent der Apotheken häufig über die Theke. Teemischungen stellen immerhin noch 27 Prozent der APOkix-Teilnehmer häufig für ihre Kunden her. Während noch rund jede sechste Apotheke „eher häufig“ Kapseln herstellt, ist die Anfertigung von Zäpfchen oder ­Tabletten nur selten gefragt.

Die Stimmungslage der APOkix-Teilnehmer ist nach wie vor von einem pessimistischen Blick in die Zukunft gekennzeichnet.

Auffallend ist, dass die Nachfrage nach Rezepturen in den letzten ein bis zwei Jahren gestiegen ist: Knapp 30 Prozent der APOkix-Teilnehmer fertigen häufiger Rezepturen an, 6 Prozent sogar „deutlich häufiger“. Bei knapp der Hälfte ist die Nachfrage unverändert, bei 15 Prozent ist sie gesunken.

Bemerkenswerterweise meinen knapp sechs von zehn Befragten, ihre Kunden wüssten oft nicht, dass Apotheken auch ohne Rezept individuelle Rezepturen wie Tees oder Hautcremes anbieten. Dem entspricht, dass nur für rund ein Drittel der Befragten das Herstellen von Rezepturen außerhalb des Verordnungsgeschäftes „eine hohe Bedeutung“ hat.

Freude über bessere Honorierung bei Rezepturen

Wenig verwunderlich ist, dass fast alle Befragten das neue Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz befürworten, da dieses eine verbesserte Honorierung der Rezepturen vorsieht. Bei 43 Prozent der APOkix-Teilnehmer hat sich die Honoraranpassung bereits sehr oder eher positiv ausgewirkt. Recht unterschiedlich ist der wirtschaftliche Stellenwert, den Rezepturen in den Apotheken aktuell, d. h. also nach der Honorarerhöhung, haben: Bei 6 Prozent der Befragten ist er „sehr“ und bei weiteren 26 Prozent „eher“ groß. Bei gut der Hälfte ist er allerdings „eher“ und bei rund jedem sechsten „sehr“ gering.

Konjunkturindizes ent­wickeln sich uneinheitlich

Die Indizes für die Apothekenkonjunktur entwickelten sich im September uneinheitlich. Der Index für die aktuelle Geschäftslage stieg im September auf 82,7 Punkte nach 80,4 Punkten im August. Damit kommt der Index der neutralen 100-Punkte-Marke, bei der sich positive und negative Einschätzungen die Waage halten, wieder ein Stück näher. Zudem liegt der Index 3,5 Punkte über dem Wert des Vorjahresmonats.

Gleichzeitig sank der Index für die erwartete Geschäftsentwicklung im September wieder auf einen Wert von 61,4 Punkten. Knapp die Hälfte der APOkix-Teilnehmer blickt demnach skeptisch in die Zukunft, nur gut jeder zehnte Befragte rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einer Verbesserung seiner wirtschaftlichen Situation.

APOkix wird vom Kölner Institut für Handelsforschung initiiert und durchgeführt, die Noweda eG unterstützt APOkix im Rahmen eines Sponsorings, Medienpartner ist der Deutsche Apotheker Verlag.

Im August war der Index für die erwartete Geschäftsentwicklung mit 64,8 Punkten erstmals nach dem EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016 wieder über die 60-Punkte-Marke geklettert, der er sich nun aber erneut angenähert hat. Im September vorigen Jahres lag der Wert noch bei 72,7 Punkten, nach dem EuGH-Urteil stürzte er unter die 50-Punkte-Marke ab.

Dabei ist anzumerken, dass die Daten für die Septemberzahlen noch vor der Bundestagswahl erhoben wurden. Angesichts des schlechten Abschneidens der Union, die sich als einzige Partei für das Rx-Versandverbot stark macht, wäre das Stimmungsbarometer nach der Wahl womöglich noch schlechter ausgefallen. |

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