Gesundheitspolitik

Kommentar: Keine Handlanger der Drogenpolitik!

Dr. Christine Ahlheim

Eine lange Schlange vor der Apotheke – was manchen Kollegen wünschenswert erscheinen mag, ist in Uruguay Realität. Allerdings warten die Kunden dort nicht auf Arzneimittel, sondern auf ihre Dosis Cannabis, das seit Kurzem in bestimmten Apotheken an Kunden mit einem Berechtigungsnachweis abgegeben werden darf.

Für die FDP ist das eine Steilvorlage: Auf ihrer Suche nach einem neuen liberalen Profil fordert sie bereits seit Längerem die kontrollierte Freigabe von Cannabis. Kein Wunder, dass die FDP-Spitze sich nun sogleich für eine Regelung wie in Uruguay ausspricht – mit Apotheken als Abgabeort.

Die Apotheker sollten dieser unerwarteten Zuneigung der Liberalen nicht auf den Leim kriechen. Zum einen ist die Freigabe von Cannabis ohnehin kritisch zu sehen. Die negativen Auswirkungen des Kiffens gerade bei Jugendlichen sind hinlänglich bekannt, und dass die Freigabe dazu beiträgt, deren Haschkonsum zu vermindern, glauben auch nur diejenigen, die ihre Forderung nach einer Legalisierung gebetsmühlenartig mit diesem Argument untermauern.

Zum anderen sollte den Apothekern klar sein, dass sie ihren Ruf als Heilberufler aufs Spiel setzen, wenn sie sich zum Hand­langer dieser Drogenpolitik machen: Als Genussmittel hat Cannabis in der Apotheke nichts zu suchen, da es mitnichten der Gesundheit des Menschen dient.

Schade, dass der FDP beim Thema Apotheke auch weiterhin nur Unsinn einfällt: Erst ist sie für Rx-Versand und Ketten, nun will sie Kiffer als Kunden locken. Das hohe Ansehen, das die Liberalen früher in Apothekerkreisen genossen, haben sie mit solchen Forderungen jedenfalls bis auf Weiteres verspielt.

Dr. Christine Ahlheim


Lesen Sie hierzu auch den Artikel "FDP für Cannabis-Verkauf in Apotheken" in dieser AZ.


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