Gesundheitspolitik

Schmidt setzt auf Basis-Arbeit

ABDA-Mitgliederversammlung schwört sich auf Wahlkampf ein – und bleibt harmonisch

BERLIN (ks) | Am 28. Juni fand in Berlin die ABDA-Mitgliederversammlung mit Vertretern aus allen 34 Mitgliedsorganisationen statt. Wie ABDA-Vize Mathias Arnold nach der Sitzung berichtete, verlief diese entspannt, sachlich und ruhig. Auch was die Positionierung der ABDA nach dem EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung betrifft, bestand laut ABDA-Präsident Friedemann Schmidt große Einigkeit. Vor allem die Basis ist nun aufgerufen, aktiv zu bleiben.

Schmidt berichtete im Anschluss an die Mitgliederversammlung , dass er in seinem Bericht vor den Delegierten ein realistisches Bild der politischen Lage gezeichnet habe. Die ist nach dem EuGH-Urteil vom vergangenen Oktober für Apotheker nach wie vor unsicher – doch über die Strategie, weiterhin auf das Rx-Versandverbot und einheitliche Abgabepreise zu setzen, sei man sich einig. Die ABDA sei weiterhin in Kontakt mit allen Parteien und werde so weit es möglich ist, Einfluss auf die Wahlprogramme nehmen. Doch vor der anstehenden Bundestagswahl sei vor allem die Arbeit an der Basis von Bedeutung, betonte Schmidt. Es sei wichtig ein „hohes Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsniveau“ zu erhalten. Und zwar in Richtung Kunden und Politik. „Wir müssen in jeder einzelnen Apotheke die Patienten bei der Stange halten“, sagte Schmidt. Er geht zwar davon aus, dass das nicht gänzlich gelingen wird und der Marktanteil der ausländischen Versandapotheken weiter steigen wird. Das sei aber auch nicht ganz verkehrt: „Wenn die Patienten jetzt alle nur noch zu uns kommen würden und es gar keine Entwicklung hin zum Versand gäbe, würde uns die Politik schließlich sagen: ‚So schlimm kann es doch nicht sein‘.“

Arbeit für den Sommer

Auch bei Wahlveranstaltungen in den Wahlkreisen müssten nun stets Apotheker vor Ort sein – jetzt da die parlamentarische Sommerpause beginnt, hätten die Abgeordneten ein „offenes Ohr“ in ihren Wahlkreisen. Auf die Frage, wo die ABDA die Hoffnung für das Verbot hernehme, wenn sich SPD; FDP und Grüne dagegen ausgesprochen haben, sagte Schmidt: „Das Rx-Versandverbot ist in jeder politischen Konstellation denkbar.“ Ein „unüberwindliches Hindernis“ sehe er nicht. Schließlich stehe mit der Union die voraussichtlich auch nach der Wahl stärkste Fraktion hinter dem Rx-Versandverbot. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe habe jedenfalls signalisiert, dass er bei seiner Linie bleiben werde.

Haushalt abgesegnet

Auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung standen zudem der Haushalt für das Jahr 2018 und der Bericht über die Bearbeitung der Apothekertags-Anträge des Vorjahres. Laut Arnold wurde ersterer „ohne große Diskussion“ und einstimmig beschlossen. Die 3,7 Prozent Beitragssteigerung hätten die Mitgliedsorganisationen ohne Probleme hingenommen. „Unspektakulär“ sei auch die Nachlese zu den Anträgen des Deutschen Apothekertags 2016 ­gewesen, so Arnold. |

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