Gesundheitspolitik

FDP-Mann an G-BA-Spitze?

Lars Lindemann soll Stellvertreter von Josef Hecken werden

TRAUNSTEIN (cha) | Die Amtszeit der drei „unparteiischen Mitglieder“ im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), der wohl mächtigsten Institution im deutschen Gesundheitswesen, läuft im kommenden Jahr ab. Für einen der Stellvertreterposten ist der FDP-Politiker Lars Lindemann vorgesehen. Das gefällt nicht jedem.

Die drei unparteiischen Mitglieder spielen immer dann eine große Rolle, wenn es im G-BA zu Konflikten zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern kommt. An der Spitze des Gremiums steht Josef Hecken, den Apothekern bestens bekannt aus seiner Zeit als saarländischer Gesundheitsminister, in der er widerrechtlich die Eröffnung einer Apotheke im Besitz einer Kapitalgesellschaft zuließ. Laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben sich die Trägerorganisationen des G-BA darauf geeinigt, dass Hecken in seinem Amt bestätigt werden soll.

Anders sieht es bei den Stellver­tretern aus. Harald Deisler, der aus Altersgründen ausscheidet, soll durch den parteilosen früheren AOK-Manager Uwe Deh ersetzt werden, der seinerzeit im Streit aus der AOK-Führung ausgeschieden war. Brisanter ist die Besetzung des anderen Stellvertreterpostens: Auf die Gynäkologin Regina Klakow-Franck, die gerne weitergemacht hätte, soll der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann folgen. Dieser war von 2009 bis 2013 Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags und hatte noch vor Ende der Legislaturperiode seinen jetzigen Posten als Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes der Fachärzte angenommen.

BÄK-Chef Montgomery: Keine G-BA-Spitze ohne Arzt

Eine Leitungsspitze des G-BA ohne ärztlichen Sachverstand – das ist für den Präsidenten der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery schlicht nicht vorstellbar. Laut einem Bericht der Ärzte Zeitung werde sich die Bundesärztekammer in dieser Sache an den Bundesgesundheitsminister und den Gesundheitsausschuss wenden. Zeit zum Taktieren hat die Selbstverwaltung noch bis ­Ende Juni – bis dahin müssen die Vorschläge eingereicht sein. |

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