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Management

Outfit schafft Image

Die richtige Kleidung unterstreicht das Erscheinungsbild der Apotheke

„Outfit“ bedeutet übersetzt „Ausstattung, Ausrüstung“. Das persönliche Outfit umfasst Kleidung, Schuhe, Schmuck, Frisur, Brille und Make-up. Es prägt das Erscheinungsbild des Teams und wirkt so unmittelbar auf die Kunden.

Apothekenkunden nehmen ihr Gegenüber im persönlichen Gespräch zu 80% mit den Augen wahr, zu 20% mit den Ohren. Der visuelle Eindruck zählt also stärker als der akustische. Und er zählt besonders bei der Begrüßung. Vom Outfit schließt der Kunde auf die Kompetenz der Person, ob zu Recht oder nicht.

Ordentlich und gepflegt aussehende Mitarbeiter erhöhen nicht nur das eigene Selbstwertgefühl, sie schaffen auch eine gute Außenwirkung. Mit einer gepflegten äußeren Erscheinung drückt jeder seine Achtung vor dem Kunden aus. „Dress for Success“, ein positives Erscheinungsbild, steht bei den Kundenerwartungen ganz oben.

In der Wartezeit und bei längeren Beratungen nimmt der Kunde das Outfit genauer wahr. Bei Missfallen macht er zwar keine Bemerkungen, aber er bildet sich ein ­Urteil, das dem Mitarbeiter bzw. Apothekenleiter unbekannt bleibt. Etwas übertrieben könnte man von der „Dunkelziffer“ sprechen.

Einheitskleidung muss bequem und modisch sein

Die Einheitskleidung ist aktuell, in vielen Berufen. Man denke nur an die Mitarbeiter der Deutschen Bahn oder von Fluggesellschaften und an das Krankenhauspersonal. Einheitliche Kleidung wirkt positiv, weil damit gemeinsame Werte visualisiert und für den Kunden erlebbar werden. Dabei besteht ein gewisser Widerspruch darin, dass man sich einerseits einem einheitlichen Dresscode unterwirft und andererseits authentisch bleiben soll. Doch durch Schmuck, Accessoires und Frisur ist noch genügend Spielraum für die Individualität des Einzelnen möglich.

Auch in Apotheken wird zunehmend Einheitskleidung getragen, die über den für alle verbindlichen weißen Kittel hinausgeht. Die Bereitschaft dazu hängt jedoch auch davon ab, ob die Einheitskleidung bequem und modisch ist. Wichtig sind zudem die Funktionalität, die Strapazierfähigkeit, die Sauberkeit und die Haltbarkeit der Kleidung. Häufig hat die Berufsbekleidung jedoch „zu enge oder weite Schnitte“ oder „zu kleine Taschen“. Für das Team geht es auch um die richtige Kleidergröße – bei der Anschaffung oberstes Gebot. Das passende Outfit wertet eine ungünstige Figur auf und erhöht dadurch auch das Selbstwertgefühl. „Kleider machen Leute“ – ein alter Ausspruch, der immer noch gilt. Wer sich in seiner Arbeitshaut wohlfühlt, meistert den Berufsalltag erfolgreicher.

Der Apothekenleiter weiß, dass die freie Persönlichkeitsentfaltung durch die Kleidung gewährleistet sein muss. Mitarbeiter dürfen nicht über Maßen eingeschränkt werden. So entschied das Landesarbeitsgericht Köln (Az. 3 TaBV 15/10), dass die Grenze der Zumutbarkeit bei Vorgaben über das Outfit beachtet werden muss und es keiner Gesamtabwägung bedarf.

Eine Vereinbarung zum äußeren Erscheinungsbild kann auch im Arbeitsvertrag festgelegt werden. Durch das Weisungsrecht kann der Apothekenleiter zudem bestimmte Vorgaben machen. Das einheitliche Erscheinungsbild hat größere Bedeutung als Individua­lität, es gibt auch Grenzen bei Make-up, Fingernägeln oder Frisur. Zu Diskussionen kann es kommen, wenn Mitarbeiter auffällige Tätowierungen oder Piercings haben. Künstlich verlängerte Fingernägel können ein hygienisches Risiko sein, da müssen Mode und Individualität zurückstehen. Auch bei Arbeitsschuhen müssen modebewusste Mitarbeiter Einschränkungen hinnehmen. Flipflops und sehr hohe Absätze können aufgrund von Unfallgefahren verboten werden. Die Berufsgenossenschaft informiert über Details.

Kunden wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, deshalb gehört zum Outfit auch das Namensschild. Hier kann man auf die Bezeichnung „Frau/Herr“ vor dem Namen verzichten und besser noch den Vornamen zum Zunamen vermerken sowie die Berufsbezeichnung. Sinnvoll ist, wenn sowohl der Apothekenleiter als auch die Mitarbeiter das Namensschild tragen.

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Weniger ist oft mehr Auch das Make-up gehört zum Outfit, ein dezentes kann die natürliche Ausstrahlung besser unterstreichen als zu viel „Farbe“.

Die psychologische Wirkung von Farben

Ganz in Weiß gekleidet ist immer noch üblich, damit unterscheidet sich die eine Apotheke aber nicht von der anderen. Im heutigen Verdrängungswettbewerb kann man durch dezente Bekleidungsfarben auffallen.

Der neue Trend ist die farbige Bekleidung. Grünes Outfit drückt Harmonie und Gleichgewicht aus und wirkt beruhigend, ausgleichend, verlässlich. Grün steht für Ökologie, vor allem der dunkle Farbton.

Blau ist die Farbe für Reinheit und Kühle. Blau wirkt positiv auf Kunden, sofern es sich um einen hellen Farbton handelt.

Braun symbolisiert die Erde und wird oft im Handwerk verwendet. Braun steht für Tradition, kommt für Apotheken aber höchstens in hellem Farbton infrage.

Weiße Berufsbekleidung wird mit Reinheit, Unschuld und Sauberkeit assoziiert. Weiß ist die Farbe der Luft, der Losgelöstheit, der Ästhetik und im Gesundheitswesen üblich. Weiß reflektiert andere Farben, lässt diese leben, ohne sie zu erdrücken – ist aber auch nichts Besonderes.

Die Farben Rot oder Gelb sind absolute Ausnahmen, für Apotheken meist ungeeignet.

Die Unternehmenskultur

Moderne Berufsbekleidung als Teil der Unternehmenskultur wird häufig unterschätzt. Ein tadellos gepflegtes Outfit wirkt nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Einheitliche Berufskleidung fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter. Andererseits schränkt sie die Selbstverwirklichung des Einzelnen ein, denn uniformiertes Auftreten ist nicht jedermanns Sache.

Bei der Auswahl einer Einheitskleidung sollte der Apothekenleiter die Wünsche seines Teams berücksichtigen, damit die Mitarbeiter sich darin wohlfühlen. Zudem führt dies beim Tragen und der Pflege zu mehr Sorgfalt. Die Anschaffung sollte sich also nicht zu sehr nach dem Preis richten, denn Hochwertiges wird pfleglicher behandelt als Billiges.

Erlaubt ist, was gefällt?

Ausdruck unserer Zeit ist die Individualität des Einzelnen. Durch Make-up, Schmuck (Ohrringe, Ketten), Brille und Frisur hat jeder Mitarbeiter Spielraum für indivi­duelles Auftreten. Ein Zuviel an Make-up wirkt allerdings wie eine Maske. Schminke soll nicht zum Selbstzweck werden, sondern die Vorzüge des Gesichts betonen. Zum Styling gehört auch das Thema Schmuck. Hier gilt ebenfalls: Weniger ist mehr. Zu viel glitzerndes Beiwerk verhindert einen professionellen Eindruck. Besser nur ein edles Schmuckstück als fünf Glitzerkettchen, besser nur einen einzigen Ring als an jeder Hand drei. Mit der Brille kann der Träger sein Gesicht verändern: Ein schmales, langes Gesicht kann durch die Brille „verkürzt“ werden, rundliche Gläser betonen weiche Züge. Halbbrillen wirken belehrend auf Kunden. Grundsätzlich kommt das alters­gerechte Erscheinungsbild beim Kunden gut an, mit Natürlichkeit beeindruckt man eher als mit krampfhaftem Jugendkult.

Kunden achten besonders auf Fingernägel. Ein dezenter Lack und die normale Länge werden akzeptiert, jede Auffälligkeit, die durch aufgesteckte Nägel oder verschiedene Farben entsteht, ist für die Freizeit angebracht, nicht aber für die Tätigkeit in der Apotheke. Die Gedankenverbindung des Kunden zum Nagelstudio sollte vermieden werden.

Im Blickpunkt steht auch die Frisur. Ob kurz oder lang – wichtig ist, dass die Haare nicht das halbe Gesicht verdecken. Vorgaben bei der Frisur sind allerdings eher unangebracht.

No-Gos beim Business-Dress

  • zu „dickes“ Make-up
  • aufgesteckte Fingernägel in verschiedenen Farben
  • auffällige Piercings bzw. Tätowierungen
  • zu viel billig wirkender Modeschmuck

Der Apothekenleiter (und noch häufiger die Apothekenleiterin) ist selbst immer Vorbild, wenn es um das gepflegte Äußere geht. Ob er (oder sie) sich ggf. der einheitlichen Kleidung anschließt, sollte im Vorfeld gut überlegt sein, denn ein Zurück ist immer schwierig. Verlassen Sie sich hier auf Ihr Gefühl und entscheiden Sie danach, in welchem Outfit Sie sich als Chef bzw. Chefin am wohlsten fühlen.

Arbeitskleidung kaufen oder leasen?
Stichwort
Kaufen
Mieten
Anschaffungskosten
Kapitalbindung durch Investition
Mietgebühren
Betriebsaustritt
Größen und Änderungen werden intern organisiert
Bekleidung wird ohne Kosten zurück­genommen
Betriebseintritt
Neue Anschaffung notwendig
Neu-Einkleidung ohne zusätzliche Kosten
Verschleiß
Anschaffung neuer Kleidung
Austausch ohne zusätzliche Kosten
Wiederbeschaffung
Gleiche Modelle sind nach ca. 3 Jahren nicht mehr lieferbar
Gleiche Modelle lieferbar
Verantwortung
Liegt beim Unter­nehmen
Liegt voll beim Dienstleister
Service
Keine weiteren Leistungen
Permanente Kundenbetreuung

Quelle: „Strukturelle Veränderung in der Berufsbekleidung“, Expo+Consulting Associates, Dr. Böttger Düsseldorf

Kaufen oder leasen?

In vielen Apotheken übernimmt ein Textil-Service die Reinigung der Arbeitskleidung. Aus ökologischer Sicht schneidet dies weit besser ab als das private Reinigen. Eine Studie der „European Textile Services Association“ belegt: Der gewerbliche Waschprozess bietet gegenüber der individuellen Wäsche den Vorteil von 52% weniger Energieverbrauch, 73% weniger Wasserverbrauch und bis zu 85% weniger Verbrauch von Waschmitteln. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob man eine einheitliche Berufskleidung anschafft oder least. Die in der Tabelle aufgelistete Gegenüberstellung bietet Ihnen eine Entscheidungshilfe. |

Rolf Leicher, Kommunikationstrainer, Oberer Rainweg 67, 69118 Heidelberg,
autor@deutsche-apotheker-zeitung.de

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