Gesundheitspolitik

Post vom Präsidenten

Friedemann Schmidt bittet Apotheker um Unterstützung

BERLIN (bro) | Apothekenleiter in ganz Deutschland erhalten in diesen Tagen Post vom ABDA-Präsidenten. Friedemann Schmidt erklärt den Apothekern, warum es aus seiner Sicht dazu kommen konnte, dass sich Union und SPD nicht auf das Rx-Versandverbot einigen konnten.

Dazu weist Schmidt zunächst darauf hin, dass die SPD-regierten Bundesländer bis zuletzt für ein Verbot waren, die Bundesebene ­allerdings dagegen. „Dieser Widerspruch ist kaum inhaltlich, sondern vielmehr machtpolitisch begründet ein Umstand, den wir nur mit großem Befremden zur Kenntnis nehmen können“, schreibt der ABDA-Präsident.

Foto: ABDA/Peter van Heesen
Friedemann Schmidt: Rx-Versandverbot gehört ins Arbeitsprogramm der nächsten Regierung.

Die ABDA bleibt allerdings dabei: Es gebe nach wie vor keine vernünftige, wirksame und rechtssichere Alternative zum Versandverbot. „Deshalb ist jetzt auch jegliche Debatte über vermeintlich alternative Konzepte oder Pläne B bis F völlig überflüssig und schädlich“, kommentiert Schmidt. Seine Begründung: Es helfe nichts, an der „Säule“ der Preisbindung „ein wenig herumzupinseln“ im Sinne eines gedeckelten Preiswettbewerbs.

Schmidt weist auch die Apotheker nochmals darauf hin, dass jeglicher Preiswettbewerb aus Sicht der ABDA absolut schädlich ist. „Die allermeisten von uns können in einem Preiswettbewerb nicht auf Dauer bestehen, sei er gedeckelt oder nicht. Und so mancher, der glaubt, er könnte es doch, täuscht sich selbst“, heißt es in dem Brief.

Versorgungssystem nicht für smarte Shopper gemacht

Außerdem müsse sich das Versorgungssystem nicht an „smarten Shoppern“, sondern an kranken Menschen ausrichten. Ein solcher Wettbewerb widerspreche der solidarischen Ordnung und beschädige das Vertrauen der Patienten.

Was die Zukunft betrifft, will Schmidt gemeinsam mit der Politik an einer „dauerhaften und wirksamen Sicherung unserer ­guten Arzneimittelversorgung“ ­arbeiten. Dabei setzt die ABDA weiterhin auf das Rx-Versandverbot: „Wenn es in dieser Legislaturperiode keine Umsetzung des Gesetzentwurfes mehr geben kann, so gehört er sofort ins Arbeitsprogramm einer neuen Bundesregierung.“ Und weiter: „Manche Themen mögen verschwinden, weil man sich nicht um sie kümmert, dieses gehört ganz bestimmt nicht dazu.“

Bei Politikern im Umfeld für Rx-Versandverbot werben

Schließlich bittet der ABDA-Präsident um die weitere Unterstützung der Apotheker. „Um das Ziel letztlich zu erreichen, brauchen wir diese Hilfe auch weiterhin. Engagieren Sie sich also auch in den nächsten Wochen und Monaten bei den Politikern in Ihrem Umfeld, werben Sie bei den Bürgerinnen und Bürgern, den Patientinnen und Patienten für das, wofür wir stehen: eine sichere, wohnortnahe und hochwertige Arzneimittelversorgung aus der inhabergeführten Apotheke, eine Versorgung, die von Menschen für Menschen gemacht wird.“ |

Das könnte Sie auch interessieren

Preisbindung und Versandhandel im Bundestag

EU-Versandapotheken wollen sich in die Bücher schauen lassen

ABDA zu den BMG-Plänen für ein Rx-Versandverbot

„Notwendig und vernünftig“

Die Reaktionen auf das EuGH-Urteil zur grenzüberschreitenden Preisbindung

„Böse Überraschung“

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Lauterbach lockt mit Beratungshonorar / ABDA sagt Gesprächsrunde mit Versendern ab

Wird das Rx-Versandverbot zum Wahlkampfthema?

Schadensbegrenzung, aber keine faulen Kompromisse

ABDA gesprächsbereit

Schmidt zum Rx-Versandverbot

Woche der Entscheidung für Apotheker

0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.