Das Fortbildungsjahr 2016

Mit Engagement dabei

ral | In puncto Fortbildung macht den Apothekern so schnell niemand etwas vor. Das hat auch dieses zu Ende gehende Jahr wieder bewiesen. Volle Säle mit engagierten Zuhörern – darüber freuten sich die Veranstalter der diversen Fortbildungsveranstaltungen 2016. Nicht zuletzt wir selbst. Die Interpharm, die in diesem Jahr in Berlin stattgefunden hat, bot zwei Tage „Fortbildung hochdosiert“ und konnte damit mehr als 3600 Apothekerinnen und Apotheker, PTA und PKA locken. Für alle, die keine Gelegenheit zur Fortbildung vor Ort hatten oder die ihre Eindrücke nochmal vertiefen wollten, haben wir in der DAZ ausführlich über die Interpharm und über weitere Fortbildungsveranstaltungen des Jahres 2016 berichtet. Und damit Sie diese Berichte rasch wiederfinden, haben wir sie an dieser Stelle nochmals für Sie zusammengetragen.

Interpharm Berlin

Am 18. und 19. März fand die Interpharm Berlin statt. Dieses Mal im CityCube, der einen modernen und gut zu erreichenden Rahmen für Vorträge, Seminare und die pharmazeutische Ausstellung bot.

Foto: DAZ/A. Schelbert
Der CityCube in Berlin war 2016 die passende Location für die Interpharm.

Der Interpharm-Freitag

Der Interpharm-Freitag befasste sich im Bereich der wissenschaftlichen Vorträge mit Erkrankungen des Ohrs wie Tinnitus, Hörsturz und Mittelohrentzündung. Die Zuhörer erfuhren dabei, welche Otologika heute angewendet werden und welche Tipps aus der Apotheke den Kunden mit nach Hause gegeben werden können. Ein weiterer wissenschaftlicher Schwerpunkt am Freitag war der Diabetes mellitus. Wie sieht eine leitliniengerechte Diabetes-Therapie aus? Was sollte man über die Pharmakologie neuer Antidiabetika alles wissen und wie funktioniert eine Medikationsanalyse und ein Medikationsmanagement bei Diabetikern? Auf der Interpharm erhielt man Antworten auf diese Fragen. Um das Thema Medikationsmanagement ging es am Freitag auch beim POP-Symposium. Weitere Themen dieses Symposiums waren die Polypharmazie sowie die Pharmakotherapie und AMTS bei Harnwegsinfektionen.

Foto: DAZ/A. Schelbert
Voller Saal Das Interesse am POP-Symposium auf der Interpharm war riesig.

Der Interpharm-Samstag

Am Interpharm-Samstag standen die Themenkomplexe „Parkinson“ und „Neue Antikoagluanzien“ auf dem Programm. Interpharm-Besucher erfuhren, dass Parkinson mehr als eine Bewegungsstörung ist und wie man ihn erkennen und behandeln kann. Weiterhin erhielten sie Einblick in AMTS-Aspekte der Parkinson-Therapie. Sie wurden über die Pharmakologie der direkten oralen Antikoagulanzien informiert und über deren klinischen Stellenwert. Zudem erhielten sie Antworten auf Fragen zur Sicherheit der direkten oralen Antikoagulanzien und dazu, welche AMTS-Hinweise zu dieser Substanzgruppe im Rahmen des Medikationsmanagements von Bedeutung sind.

Dem Wunsch nach Information zu alternativen Heilmethoden trug ein parallel zum Part „Parkinson“ und „Neue Antikoagulanzien“ stattfindendes Komplementärpharmazie-Symposium mit Vorträgen zur Homöopathie in der Frauenheilkunde und zu Mikronährstoffen für die Frauengesundheit Rechnung. Interpharm-Besucher hatten – wie immer – die Qual der Wahl, welchen der vielen spannenden Vorträge sie besuchen sollten. Dies am Samstag umso mehr, als in diesem Jahr erstmals auch ein Pädiatrie-Symposium des consilium Offizin im Rahmen der Interpharm stattfand. Hier gab es Einblicke in die Besonderheiten der Arzneimitteltherapie bei Kindern, in die Anwendung oraler Antibiotika bei Kindern – aus Sicht eines Kinderarztes und aus Sicht eines Apothekers – sowie, ebenfalls im Zusammenspiel von Arzt und Apotheker, zum Thema Neurodermitis.

Foto: DAZ/A. Schelbert
Alle offenen Fragen der Zuhörer wurden in der Speakers’ Corner von den Referenten beantwortet.

ApothekenRechtTag, Wirtschafts-Interpharm und Retax-Forum

Auf der Interpharm war allerdings nicht nur pharmazeutisch-wissenschaftliche Fortbildung geboten. Für „Paragrafen-Fans“ bot der ApothekenRechtTag die Gelegenheit, sich mit den neuesten gesetzlichen Regelungen in der Arzneimittelversorgung auseinanderzusetzen. Die Wirtschafts-Interpharm befasste sich mit BWL, neuen Ideen zum Honorar und warf einen Blick auf die Apothekensysteme unserer Nachbarländer. Und auf dem Retax-Forum gaben die Kolleginnen vom Deutschen Apotheken Portal DAP Ratschläge zur korrekten Rezeptbelieferung und -abrechnung.

Für angehende Pharmazeuten fand in Berlin zudem zum zweiten Mal im Rahmen der Interpharm die Jobmesse „ChancePharmazie“ statt. Pharmaunternehmen wie Bayer, Boehringer Ingelheim, Berlin Chemie und Sanofi, aber auch Apotheken, Zytostatika-herstellende Betriebe und Fachverlage informierten über offene Stellen, Praktikumsplätze und Karrierechancen. Und wer noch das perfekte Foto für die Bewerbung brauchte, konnte dieses auf der Jobmesse gleich kostenlos machen lassen – inklusive Styling!

Foto: DAZ/A. Schelbert
Am Stand des Deutschen Apotheker Verlags war auf der Interpharm wieder viel los. Zu entdecken gab es die aktuellen Neuerscheinungen bei den Fachbüchern sowie die Fach­zeitschriften. Und die Besucher konnten sich alle Programme, Datenbanken und @apotheken.de zeigen lassen.

PTA-Kongress und PKA-Seminar

Über ein spannendes Kongressprogramm konnten sich auch die PTA auf der Interpharm freuen. Es ging um die Beratung zu Schmerzmitteln, zur Dokumentation und zu QMS, um Ernährungstrends, Homöopathika und zu Rezepturen. Und für PKA bot die Interpharm ein Seminar zum Berufsbild, zur Inkontinenzversorgung sowie zu ätherischen Ölen.

Interpharm 2017

Zum Vormerken für Ihren Kalender: Die Interpharm 2017 findet vom 31. März bis 1. April in Bonn statt. Sie sind herzlich eingeladen! Weitere Informationen finden Sie auf www.interpharm.de

Interpharm-Party

So viel Fortbildung verlangte natürlich eine Belohnung: Am Samstagabend wurde auf der Interpharm-Party im Umspannwerk am Alexanderplatz gefeiert – ausdauernd gefeiert! Die letzten Gäste konnten fast schon nahtlos zum Frühstück übergehen.

(DAZ 12, S. 41 und DAZ 13, S. 43)

Foto: DAZ/A. Schelbert
Ein Interpharm-Highlight war die Party im Umspannwerk am Alexanderplatz. Eine schöne Belohnung nach zwei intensiven Fortbildungstagen.

Pharmacon Schladming

Der „Winter-Pharmacon“ fand in diesem Jahr zum zweiten Mal im österreichischen Skiort Schladming statt. Vom 17. bis 22. Januar drehte sich bei der „46. Internationalen Pharmazeutischen Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer“ alles um den Magen-Darm-Trakt und die Leber. Wie steht die Darmflora mit neurologischen und psychiatrischen Störungen in Verbindung? Welche Bedeutung hat der Gastrointestinaltrakt für das Immunsystem? Wie beeinflusst er metabolische Vorgänge? Neben diesen Fragen beschäftigte sich der Kongress mit wichtigen Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes und der Leber – und den jeweiligen Therapiemöglichkeiten. (DAZ 4, S. 64)

Foto: Pharmacon
Schnee und Sonne bot der Pharmacon Schladming - und viele interessante Vorträge und Seminare.

PharmaDavos

Am ehemaligen Winter-Pharmacon-Veranstaltungsort Davos hat sich seit mittlerweile zwei Jahren ein „Nachfolge-Kongress“ gegründet, der PharmaDavos. Über 280 Apothekerinnen und Apotheker, darunter auch etliche deutsche Kollegen, kamen vom 31. Januar bis zum 5. Februar in den Schweizer Luftkurort Davos, um sich fortzubilden. Dem Organisationskomitee ist es auch im zweiten Jahr gelungen, einen inhaltlich überzeugenden Kongress auf die Beine zu stellen. Jeder der fünf Kongresstage stand unter einem eigenen Motto: „Arzneimitteltherapie – Fluch und Segen“, „Aufruhr im Darm“, „Haut im Ausnahmezustand“, „Kinder in der Apotheke“ und „Arzneimittel und Interaktionen – ein Update“. (DAZ 6, S. 62)

Frühjahrskongress der LAK Baden-Württemberg

Am 2. Wochenende im März zog es 680 Apothekerinnen und Apotheker nach Villingen-Schwenningen, wo die Landesapothekerkammer (LAK) Baden-Württemberg den diesjährigen Frühjahrskongress zum Thema „Hals-, Nasen-, Ohrenerkrankungen“ ausrichtete. Die Fortbildung umfasste unter anderem die Diskussion um den Einsatz von Antibiotika bei Er­kältungskrankheiten und die Behandlung von Tinnitus. Ein Themenspektrum so vielschichtig wie eine Schwarzwälder Kirschtorte – und dabei gut verdaulich. (DAZ 11, S. 86)

Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie

Vom 14. bis 16. März fand in Berlin die 20. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) statt. Etwa 140 Teilnehmer informierten sich in einem vielfältigen Programm über Neuerungen zu Arzneimitteln und Pflegeprodukten für die Haut. Dabei wurden wieder neue Forschungsergebnisse mit dem Alltag in Apotheken und dermatologischen Praxen verbunden. (DAZ 12, S. 76)

Fortbildungskongress der AK Schleswig-Holstein

Etwa 400 Teilnehmer besuchten den traditionsreichen Frühjahrskongress der Apothekerkammer Schleswig-Holstein am 23. und 24. April im Ostseebad Damp, davon etwa 200 die Apothekerfortbildung. Dort stand das Herz im Mittelpunkt. Im wissenschaftlichen Programm ging es um Herzinfarkt, der mit jährlich über 280.000 Ereignissen und 52.000 Toten zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland gehört. Weitere Themen waren die Diagnose und Therapie von Arrhythmien sowie die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Herzinsuffizienz. (DAZ 17, S. 78)

Pharmacon Meran

Beim diesjährigen Pharmacon Meran standen die Themen Schmerz, Geriatrie und Pädiatrie auf der Agenda. In Vorträgen und Seminaren wurden die Teilnehmer darüber informiert, welche Systeme an der Schmerzentstehung beteiligt sind und wie sie von Arzneimitteln beeinflusst werden, welche Rolle Apotheker bei der Behandlung von Kindern und alten Menschen einnehmen können und warum der Apotheker besonders bei alten und multimorbiden Patienten eine große Verantwortung trägt. (DAZ 22, S. 80)

Foto: DAZ/ck
Der italienische Kurort Meran war in diesem Jahr bereits zum 54. Mal Schauplatz eines Pharmacons. Ob es 2017 anlässlich der Schnapszahl wohl etwas Besonderes gibt?

15. NZW München und 3. Fachtagung Orale Krebstherapie

Am 9. und 10. September fanden in der bayerischen Landeshauptstadt der 15. NZW München und die 3. Fachtagung Orale Krebstherapie statt, die von rund 430 Teilnehmern besucht wurden. Die Mehrzahl der Vorträge befasste sich mit medizinisch-pharmazeutischen Themen, wie etwa mit aktuellen Therapiekonzepten beim Multiplen Myelom, beim kolorektalen Karzinom oder beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom sowie mit der stratifizierten Therapie von Lungenkrebs. Ein Thema, das in mehreren Vorträgen zur Sprache kam, waren die immunonkologischen Therapieansätze. Sie gelten als Hoffnungsträger, deren Schattenseiten – das sind immunologisch bedingte Nebenwirkungen – aber nicht zu unterschätzen sind. (DAZ 37, S. 70)

DPhG-Jahrestagung

Einmal im Jahr lädt die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft DPhG zu ihrem wissenschaftlichen Kongress und bietet vor allem den pharmazeutischen Nachwuchswissenschaftlern ein Podium zur Präsentation und Diskussion ihrer Daten, in diesem Jahr in München. Das Motto der Tagung: „Pharmaceutical Sciences – We live interdisciplinarity“. Rund um das Thema „Schmerz“ rankte sich in diesem Jahr das praxisnahe Programm am „Tag der Offizinpharmazie“, dem „krönenden Abschluss“ der DPhG-Tagung in München. Wie wichtig dieses Thema für die Apotheke ist, verdeutlichen folgende Zahlen, die auf dem Tag der Offizinpharmazie vorgestellt wurden: Jeden Tag wandern etwa 400.000 Packungen an Analgetika über den Ladentisch in der Apotheke. Bis zu 23 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen, davon 2,2 Millionen schwer. (DAZ 41, S. 96)

Scheele-Tagung

„Blut bleibt ein ganz besonderer Saft“ war das Motto der diesjährigen Scheele-Tagung, deren Inhalte von der Blutbildung bis zur Antikoagulation reichten. Das Tagungswochenende der traditionsreichen Scheele-Gesellschaft vom 4. bis 6. November umrahmte wieder den Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern. (DAZ 45, S. 70)

Foto: DAZ/tmb
Meerblick inklusive bot die Scheele-Tagung. Thema in diesem Jahr war das Blut als „ganz besonderer Saft“.

Fortbildungsveranstaltung der AK Nordrhein

Antibiotika lautete das Thema der Großen Fortbildungsveranstaltung der Kammer Nordrhein, die am 9. November im Kölner Gürzenich stattfand. In vier Vorträgen wurde das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet – vom Antibiotikaverbrauch und der Verbreitung von Resistenzen über die Perspektive der Klinikapotheke und die Entwicklung neuer Wirkstoffe, die auch gegen resistente Stämme erfolgreich sind, bis hin zu AMTS in Hinsicht auf Antibiotika in der Apothekenpraxis. (DAZ 46, S. 94) |

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