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Kein Rx-Versandverbot, aber Extra-Geld für Beratungskabine

SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach macht Vorschlag für Honorarreform

BERLIN (bro/ral) | Der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach hält nach wie vor nichts von einem Rx-Versandverbot. Den von Bundesgesundheitsminister Gröhe vorgelegten Gesetzentwurf bezeichnete er in einem Pressegespräch als „platt“. Seine Fraktionskollegen forderte er in zwei Briefen auf, am Rx-Versandhandel festzuhalten. Für die deutschen Vor-Ort-Apotheken will er über eine Reform des Apothekenhonorars „sorgen“. Erstmals äußerte er sich in einem Interview mit dem „Spiegel“ konkreter dazu, wie diese Reform aussehen könnte.
Foto: Imago
Mehr Geld für besondere Beratungsleistungen ist aus Sicht von Karl Lauterbach eine Lösung für Vor-Ort-Apotheken angesichts des EuGH-Urteils.

Das Rx-Versandverbot bleibt eines der wichtigsten, aktuellen gesundheitspolitischen Themen. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach bekräftigte in einem Interview mit dem „Spiegel“ in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einer Reform des Apothekenhonorars. Erstmals präsentierte Lauterbach auch einen konkreten Vorschlag, wie er den Apothekern für Beratungsleistungen mehr Geld zukommen lassen will. Der Sozialdemokrat schlägt vor, dass Apotheker Extra-Honorare bekommen, wenn sie sich eine Beratungskabine einrichten. Auch Beratungsgespräche zu Wechselwirkungen sollen den Apothekern mehr Geld einbringen, sagte Lauterbach.

Was Lauterbach bislang allerdings nicht erwähnt hat, ist dass sich ein Teil seiner eigenen Partei gegen eine Reform des Apothekenhonorars noch in dieser Legislaturperiode wehrt. Das von Sigmar Gabriel (SPD) angeführte Bundeswirtschaftsministerium hat im vergangenen Jahr ein Gutachten zum Apothekenhonorar in Auftrag gegeben, das erst im kommenden Herbst präsentiert werden soll. Gabriels Ministerium hatte sich bereits mehrfach dagegen ausgesprochen, das Apothekenhonorar vor dem Erscheinen des Gutachtens zu reformieren. |

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