Arzneimittel und Therapie

Solanezumab enttäuscht

Trotzdem kein Rückschlag für Alzheimer-Forschung

rr | Wegen ernüchternder Studienergebnisse verzichtet der Hersteller Eli Lilly auf einen Zulassungsantrag von Solanezumab zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Der Ansatz ist dennoch ausbaufähig.

Bislang hat die Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten recht unspezifisch darauf abgezielt, das Amyloid-Beta-Protein und seine Ablagerungen im Gehirn abzubauen oder deren Bildung zu verringern. Solanezumab ist ein Antikörper, der sich gegen Amy­loid-Beta-Einzelmoleküle richtet. Immer mehr Forscher, darunter auch Prof. Dr. Dieter Willbold von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, konzentrieren sich hingegen darauf, gezielt Amyloid-Beta-Oligomere zu beseitigen. Diese schädigen nachweislich die Zellen im Gehirn und stehen daher seit einigen Jahren ganz besonders im Verdacht, Morbus Alzheimer auszulösen. Sollte es gelingen, die Zahl der Oligomere deutlich zu verringern, hofft man, den Fortschritt der Krankheit verlangsamen oder deren Entstehung hinauszögern zu können.

Solange es jedoch keine Wirkstoffkandidaten gibt, behalten nach Meinung von Prof. Willbold die bereits zugelassenen Medikamente, die allerdings den Krankheitsfortschritt nicht verlangsamen können, ihre Bedeutung, etwa indem sie Begleitsymptome wie Aggressivität lindern. |

Zum Weiterlesen

Erhoffter Erfolg blieb aus. DAZ 2016, Nr. 48, S. 43

Quelle

Ein Rückschlag für die Alzheimerforschung? Expertenstatement des Forschungszentrums Jülich vom 1. Dezember 2016

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