Arzneimittel und Therapie

Romosozumab fördert Knochenaufbau

Neues Angriffsziel im Kampf gegen Osteoporose

Romosozumab richtet sich gegen Sclerostin, einen negativen Regulator der Knochenbildung, der in Osteozyten gebildet wird und Knochenabbau und Osteoporose begünstigt. In der FRAME-Studie wurde seine Wirksamkeit bei postmenopausalen Frauen gezeigt.

An der randomisierten, doppelblinden und Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie nahmen fast 7200 postmenopausale Frauen mit Osteoporose teil. Die Hälfte von ihnen erhielt ein Jahr lang Romosozumab, die anderen Placebo. Im folgenden Jahr wurden alle Probandinnen mit Denosumab weiterbehandelt. Nach zwölf und 24 Monaten wurden unter anderem die Häufigkeit neuer Frakturen und die Knochendichte ermittelt. Romosozumab erhöhte die Knochendichte, was sich in weniger vertebralen Frakturen niederschlug (0,5% vs. 1,8% unter Placebo). Der günstige Einfluss einer Romosozumab-Gabe zeigte sich auch noch im zweiten Jahr, als alle Frauen Denosumab erhielten. Die Rate vertebraler Frakturen lag bei den mit Romosozumab vorbehandelten Frauen bei 0,6% vs. 2,5% unter Placebo, was einer Risiko­reduktion um 75% entspricht. Unerwünschte Wirkungen traten in beiden Gruppen ungefähr gleich häufig auf. Allerdings wurden in der Romosozumab-Gruppe zwei Fälle einer Kiefernekrose und eine atypische femorale Fraktur verzeichnet.

Insgesamt erhöhte Romosozumab die Knochenmineraldichte und verringerte die Frakturrate. Dieser Benefit wurde im zweiten Jahr mithilfe von Denosumab konsolidiert. Das heißt, die Blockade des inhibitorischen Proteins Sclerostin durch Romosozumab und damit die Förderung des Knochenaufbaus und die Hemmung der Knochenresorption durch Denosumab ergänzen sich, was möglicherweise eine neue Strategie bei Osteoporose zeigt. |

Quellen

Cosman F, et al. N Engl J Med 2016, published online am 18.09., doi:10.1056/NEJMoa1607948

Rosen C, et al. N Engl J Med 2016, published online am 18.09.; doi:10.1056/NEJMoa1607948

Apothekerin Dr. Petra Jungmayr

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