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Eine professionalisierte Fachmesse

Zahlen und Fakten zur Expopharm 2016 in München

STUTTGART (wes) | Über 25.000 Be­sucher erwartet die veranstaltende Avoxa (wie die Werbe- und Vertriebsgesellschaft deutscher Apotheker seit Mitte des Jahres heißt) in diesem Jahr auf der Expopharm, die damit die größte pharmazeutische Fachmesse in Europa ist. Rund 500 Firmen, gut 20 Prozent davon aus dem Ausland, werden sich vom 12. bis 15. September in München präsentieren. Dort findet die Messe in den geraden Jahren statt – in den ungeraden Jahren sind die Expopharm und der parallel stattfindende Deutsche Apothekertag in Düsseldorf zu Hause.

War die Messe früher berüchtigt für Unmengen an Werbegeschenken, die die Besucher in riesigen Tüten nach Hause geschleppt haben, hat sich das Gesicht der Messe in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Man spürt das Bemühen, das alte Image abzuschütteln und die Fachmesse zu „professionalisieren“. Innovationen, Neuheiten und das Kennenlernen der Unternehmen sollen im Mittelpunkt stehen, sagt Avoxa- Geschäftsführer Metin Ergül im Interview mit der DAZ (siehe folgenden Beitrag). Zumindest bei den Ausstellern scheint die Neuausrichtung gut anzukommen, immerhin konnte die vorher rückläufige Zahl an Ausstellern stabilisiert werden.

Mit zu dieser Entwicklung beigetragen hat auch die vor drei Jahren eingeführte „Pharma-World“. Mit diesem Konzept ist es den Messemachern gelungen, wieder verstärkt Arzneimittelhersteller auf die Expopharm zu holen. Doch präsentieren diese nicht mehr wie früher mit großen Ständen ihr ganzes Unternehmen, sondern konzentrieren sich auf einzelne Produkte, die sie im Umfeld der „Vortragsarena“ vorstellen. Die Teilnahme an der Pharma-World dürfte zum einen ganz profane wirtschaftliche Gründe haben – ein Stand dort ist deutlich günstiger als ein großer Messeauftritt. Zum anderen hört man immer wieder, dass die Firmen durchaus das Konzept schätzen, das ihnen eher einen „wissenschaftlichen“ Rahmen bietet als das „kommerzielle“ Umfeld einer Messe.

Ob die Apothekerinnen und Apotheker als Kunden der Aussteller mit dem neuen Konzept genauso zufrieden sind wie diese, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Bisher sind die Besucherzahlen jedenfalls stabil. Zumindest die früher sehr beliebten „Standpartys“ verschiedener Arzneimittelhersteller werden aber durchaus vermisst. Wobei etliche dieser Firmen heute überhaupt nicht mehr auf der Messe vertreten sind. Wirklich große Kunden-Events organisieren heute eigentlich nur noch die Großhändler – die in den letzten Jahren ihre Präsenz auf der Messe selbst aber stark reduziert haben.

Messe-Chef Ergül räumt denn auch ein, dass eine Messe natürlich immer auch „Erlebnischarakter“ haben müsse. Den Aufschrei, als ein großer bayrischer Verlag vor einigen Jahren nicht mehr auf der Expopharm war, sollten die Verantwortlichen nicht vergessen. Vermisst wurden nicht so sehr dessen Kundenzeitschriften, sondern der Biergarten mit den kostenlosen Weißwürsten – und die Sammeltassen. |


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