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Sich selbstständig machen – aber wie?

Existenzgründer-Workshop in Münster

cae | Dass die Tätigkeit als Apothekenleiter immer noch eine reizvolle Alternative zur abhängigen Beschäftigung ist, zeigten die etwa 30 Teilnehmer eines Existenzgründer-Workshops am 25. Juni in Münster. Unter dem Motto „Erfolgreich in die Selbstständigkeit starten“ gaben Apothekerkammer und Apothekerverband Westfalen-Lippe, die ARZ Service GmbH, die Noweda eG, die Deutsche Apotheker- und Ärztebank sowie die Treuhand Hannover ihnen Tipps für die Startphase.

Christine Weber, Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Westfalen-­Lippe, nannte einige Motivationen, eine eigene Apotheke zu betreiben, darunter „die eigene Unternehmensvorstellung Wirklichkeit werden zu lassen“ und „seine Mühen nachhaltig zu investieren und den Erfolg zu er­leben“.

Dem Thema „Objektanalyse“ widmete sich Silke Wolff, Rechtsökonomin bei der Treuhand Hannover. Sie stellte Apotheken mit verschiedenen strukturellen Voraussetzungen vor, z. B. in einem Einkaufszentrum oder Ärztehaus, und kalkulierte ein Beispiel: Bei einer Ärztehausapotheke mit 1,9 Millionen Euro Jahresumsatz, einem Rohgewinn von 448.000 Euro und einem tatsächlichen Gewinn von knapp 118.000 Euro bleibt dem Apothekenleiter ein monat­liches Netto von knapp 4300 Euro – bei gleichzeitiger Abzahlung der vollfinanzierten Apotheke mit einem Kaufpreis von 600.000 Euro. Nach 15 Jahren sei der Kredit getilgt, dann steige das Einkommen entsprechend.

Über die Finanzierung mit Tilgungsdarlehen, Annuitätendarlehen und ­Tilgungsaussetzungsdarlehen sowie eventuellen öffentlichen Mitteln referierte Volker Kordes von der Apobank (Münster). Beispielsweise bietet ein Tilgungsaussetzungsdarlehen den Vorteil eines hohen steuerlich an­rechenbaren Sollzinsanteils.

Oliver Wackernagel von der Noweda sprach einige Aspekte an, die bei der Auswahl eines Großhändlers beachtet werden sollten, und Robert Baumann vom ARZ zeigte auf, wie ein Apothekenrechenzentrum bereits vor der Existenzgründung Hilfestellung leisten kann.

Annette Gerdemann, Treuhand Hannover, gab einen Überblick über die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), den Jahresabschluss und die Steuern und empfahl den Existenzgründern, einem Steuerberater die Funktion des Lotsen in finanziellen Angelegenheiten zu überlassen.

Thomas Rochell, Vorstandsmitglied des Apothekerverbands Westfalen-­Lippe, mahnte die Teilnehmer, ihre Motivation, Apothekenleiter zu werden, zu prüfen, und dabei auch die Familie mit ihren Anforderungen nicht zu vergessen. Zudem betonte er, dass ein Apothekenleiter betriebs­wirtschaftliche und steuerrechtliche Kenntnisse besitzen muss.

Eine Diskussionsrunde der Teilnehmer und Referenten rundete den Workshop ab. – Ein weiterer Existenzgründer-Workshop fand am 3. Juni in Düsseldorf statt (s. AZ 2016, Nr. 24, „Keine Angst vor der Selbstständigkeit“). |

Quelle: www.akwl.de, Meldung vom 27.7.2016

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