Prisma

LRRK2: Biomarker für M. Parkinson

Potenzial für Diagnostik und Therapie

cae | Die familiären Formen des Parkinson-Syndroms, die seltener sind als die idiopathische Form, weisen typische pathologische Proteine auf, die Zielstrukturen für neue Arzneistoffe sein könnten.
Foto: Barabas Attila – Fotolia.com
Parkinson-Patienten werden symptomatisch behandelt, doch es zeichnen sich schon Möglichkeiten für kausale Therapien ab.

Bei etwa zwei bis drei Prozent der Parkinson-Patienten liegt die Punktmutation G2019S (Austausch Glycin → Serin in Position 2019) des Gens LRRK2 (sprich: Lark 2; syn. PARK8) vor, das die gleichnamige Proteinkinase codiert. Diese ist aufgrund der Mutation überaktiv; sie phosphoryliert sich selbst am Serin in Position 1292 und hyperphosphoryliert die mit ihr interagierenden Proteine, was vor allem bei Neuronen zum Zelltod führen kann.

Einer Arbeitsgruppe um Andrew West in Birmingham (Alabama, USA) ist es gelungen, phosphoryliertes LRRK2 aus Exosomen in Körperflüssigkeiten zu isolieren. Exosomen sind Organellen, die Proteine und Nucleinsäuren enthalten und kontinuierlich aus den Zellen ausgeschleust werden. Am einfachsten ließ sich das Protein im Urin nachweisen und könnte künftig als diagnostischer Biomarker dienen. Zu ihrer eigenen Überraschung fanden die Forscher es auch bei etwa 20 Prozent der Patienten mit idiopathischem Parkinson-­Syndrom, also ohne LRRK2-Mutation, in höheren Konzentrationen. Sie vermuten einen Zusammenhang zwischen der Phosphorylierung und den Entzündungsprozessen beim fortgeschrittenen M. Parkinson, weil die Immunzellen relativ viel LRRK2 synthetisieren.

Unabhängig von seiner Genese könnte das pathologische LRRK2 ein Ziel für neue Arzneistoffe zur Therapie des M. Parkinson sein. |

Quellen

Fraser KB, et al. Urinary LRRK2 phosphorylation predicts parkinsonian phenotypes in G2019S LRRK2 carriers. Neurology 2016;86(11):994-999

Fraser KB, et al. Ser(P)-1292 LRRK2 in urinary exosomes is elevated in idiopathic Parkin­son‘s disease. Mov Disord; Epub 14.6.2016

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