Aus den Ländern

ARMIN und launige Verse

Hamburg: Treffpunkt Apothekerhaus

HAMBURG (tmb) | Beim „Treffpunkt Apothekerhaus“, dem mittlerweile 11. Sommerfest der Hamburger Apotheker, am 19. Juli stellte Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg, das Modellprojekt ARMIN als Vorbild für die Regelversorgung in den Mittelpunkt seiner Begrüßung. Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins, sicherte sich die Aufmerksamkeit der Gäste mit einer Zusammenstellung berufspolitischer Forderungen in Versform.
Foto: DAZ/tmb
Beim Sommerfest im Hamburger Apothekergarten (v. l.): Friedemann Schmidt, Dr. Jörn Graue und Kai-Peter Siemsen.

Wie in früheren Jahren besuchten zahlreiche Gäste aus der Politik, von anderen Heilberufen und befreundeten Organisationen das Gartenfest. Anders als in früheren Jahren nahm diesmal auch ABDA-Präsident Friedemann Schmidt teil.

ARMIN statt Medikationszettel

Siemsen erklärte zum Modellprojekt ARMIN, durch die koordinierte Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker gewinne ganz klar der Patient. Das Ergebnis sei ein aktueller Medikationsplan, der diesen Namen auch verdiene. Im Vergleich dazu bezeichnete Siemsen die Auflistung, die gemäß E‑Health-Gesetz ab 1. Oktober ohne Mitwirkung der Apotheker vorgesehen ist, als „Medikationszettel“, der Medikationsplan genannt wird. Besonders betonte Siemsen die bundesweite Vorbildwirkung von ARMIN. Ab 2017 könnten sich auch andere Krankenkassen beteiligen. Eine Verlängerung des Projektes über 2018 hinaus und danach die Überführung in die Regelversorgung seien möglich, so Siemsen, denn er erwartet, dass Patienten und Bürger dies verlangen würden.

Siemsen betonte, dass die Kooperation mit Ärzten und anderen Professionen im Gesundheitswesen an der Basis ­gelebt werden muss. Dazu gehören ­Respekt, Partnerschaft und Kommunikation auf Augenhöhe. Inhalte von Projekten wie ARMIN und ATHINA müssten nach Meinung von Siemsen „Regelwerk für ganz Deutschland“ werden.

Außerdem bekräftigte Siemsen die Forderung der Apotheker, den Fest­zuschlag für verschreibungspflichtige Arzneimittel zu erhöhen. „Gesellschaft, Politik und vor allem die Gesetzlichen Krankenkassen fordern den Apotheken immer mehr Leistung ab“, erklärte er und folgerte: „Wer immer mehr Leistung bestellt, muss dafür auch das Geld mitbringen, um diese zu bezahlen.“

Politik in Versform

Mit ungewöhnlichen Mitteln gewann Graue die Aufmerksamkeit für seine berufspolitische Botschaft. In Versform stellte er die Klagen eines Apothekers über Retaxationen wegen formaler Verstöße gegen irgendwelche Paragrafen dar. Weitere Forderungen der Apotheker formulierte Graue als Fragen eines Ratsuchenden an die weisen Raben aus der nordischen Mythologie – eine Anspielung auf die Adresse des Hamburger Apothekerhauses in der Alten Rabenstraße. So fragte er nach dem versprochenen, ausstehenden Notdienstzuschlag, einem „angemessenen Inflations­ausgleich für viele Jahrzehnte gelebter Enthaltsamkeit“, auskömmlichen Preisen für Hilfsmittel, VdEK-Verträgen auf dem guten Niveau der Hamburger Primärkassenverträge, geringeren Beiträgen bei fallenden Gewinnen, besserer Lieferfähigkeit und dem Ende der Retaxwillkür. Doch der weise Rabe antwortete darauf stets, dies komme „nimmermehr“. Diesen Refrain übernahmen bald die Veranstaltungsgäste.

So gelang es Graue geschickt, die Gäste in seine „rabenschwarzen Sprüche“ (Zitat Graue) einzubeziehen. |

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