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Hoch engagiert, aber wechselwillig

Monitor „Fachkräftesicherung und -bindung“

Egal ob Kleinbetrieb oder Groß­konzern: In den kommenden Jahren wird es für alle Unternehmen schwierig, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Das Bundesarbeitsministerium (BMAS) hat zu diesem Thema kürzlich einen Forschungsbericht vorgestellt, der sich mit den Bindungsstrategien der Firmen und den Wechselgründen der Beschäftigten befasst.

Für den Forschungsbericht wurden aktuelle Daten einer repräsentativen, deutschlandweiten Betriebs- und Beschäftigtenbefragung ausgewertet, des sogenannten Linked Personnel ­Panel. Durchgeführt wurde das Monitoring vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Agentur für Arbeit, vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sowie von Wissenschaftlern der Uni Köln. Hier einige Ergebnisse im Überblick:

Foto: MK-Photo – Fotolia.com

Die Perspektive der Betriebe

Eine strategische Personalplanung zahlt sich aus: Betriebe, die 2012 Personalpläne nutzten, hatten 2014 weniger Probleme, Fachkräfte einzustellen.

Bei der Besetzung von Stellen legen Unternehmen – wenig erstaunlich – besonderen Wert auf fachliche und persönliche Kompetenzen.

Für die langfristige Bindung ihrer ­Mitarbeiter bewerten Arbeitgeber das allgemeine Betriebsklima und die Bezahlung als besonders wichtig.

Auf der Suche nach guten Vorgesetzten

Die Wechselwilligkeit hält sich in Grenzen: Über zwei Drittel der Arbeitnehmer haben im letzten Jahr nie über einen Stellenwechsel nachgedacht. ­Allerdings gibt es hier Unterschiede: Gerade die höher gebildeten und besonders engagierten Kräfte sowie leitende Angestellte suchen häufiger aktiv nach einem anderen Arbeitsplatz, heißt es in dem Bericht. Außerdem werden sie auch öfter von anderen ­Arbeitgebern angesprochen.

Wechselwilligen Mitarbeitern schweben vor allem eine höhere Bezahlung und bessere Zusatzleistungen vor. An zweiter und dritter Stelle werden veränderte Arbeitsinhalte und bessere Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten genannt. Diejenigen, die wirklich wechseln, gaben als wichtigsten Grund bessere Vorgesetzte an (76%!), an zweiter Stelle faire Behandlung durch Kollegen und Vorgesetzte, drittens ver­änderte Arbeitsinhalte. Bessere Entwicklungschancen und bessere Bezahlung folgen mit immerhin 66 bzw. 61 Prozent auf Rang fünf und sechs. Führungsqualitäten sind also für die langfristige Bindung von Fachkräften offenbar das A und O!

Mitarbeiterbefragungen können ein „wichtiges Prognosetool für Fluktuation“ sein, so die Autoren. Wer mit seiner Arbeit zufrieden ist und sich mit seinem Betrieb verbunden fühlt, stellt ein vergleichsweise niedriges Wechselrisiko dar. Anders sieht es mit einem hohen Engagement aus: Es ist offenbar kein Garant für eine enge Bindung ans Unternehmen – eher umgekehrt! |

Quelle

BMAS Forschungsbericht 459 „Fachkräftesicherung und -bindung“; www.bmas.de, suche 459

sjo


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