DAZ aktuell

Veränderungen an der DAV-Spitze

Rainer Bienfait und Claudia Berger kandidieren nicht mehr

BERLIN (bro/ks) | Ende November wird der Geschäftsführende Vorstand des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) neu gewählt. Veränderungen zeichnen sich ab. Gesucht wird vor allem ein Nachfolger für Rainer Bienfait, der für bundesweite Vertragsverhandlungen zuständig ist. Aber auch Claudia Berger will für den Vorstandsposten nicht mehr kandidieren.
Fotos: ABDA
Hören auf Für Claudia Berger und Dr. Rainer Bienfait muss der DAV Nachfolger suchen. Ob er dabei auf eine Bewerberflut hoffen kann ...?

Zurzeit gehören dem Geschäftsführenden DAV-Vorstand an: Fritz Becker aus Baden-Württemberg (Vorsitzender), Dr. Rainer Bienfait aus Berlin (stellv. Vorsitzender) sowie die drei Beisitzer Dr. Hans-Peter Hubmann aus Bayern, Stefan Fink aus Thüringen und Claudia Berger aus dem Saarland. Das Gremium ist zuständig für alle politischen und organisatorischen Fragen und Entscheidungen im DAV. Die wichtigste Aufgabe laut DAV-Satzung ist die Interessenvertretung der Apotheker gegenüber anderen politischen Spitzenorganisationen auf Bundesebene. Außerdem muss der Vorstand alle bundesweit gültigen, neuen Verträge mit den Krankenkassen beschließen.

Kürzlich hatte bereits Bienfait erklärt, dass er auf Bundesebene nicht mehr zur Verfügung stehe (AZ 2016, Nr. 28, S. 1). Bienfaits wichtiges Themengebiet „Verhandlungen und bundesweite Verträge“ sowie die Stellvertreter-Position müssen daher neu besetzt werden. Nun hat auch Claudia Berger gegenüber DAZ.online bestätigt, sie stehe für eine weitere Legislaturperiode an der DAV-Spitze nicht mehr zur Verfügung. 2013 wählte sie die DAV-Mitgliederversammlung in das höchste Gremium des DAV. Dort ist sie für das Thema „Patienten-Selbsthilfe“ zuständig. Für die 2017 anstehenden Vorstandswahlen im Saarländischen Apothekerverein will Berger allerdings ein weiteres Mal kandidieren; hier ist sie seit 2009 Vorsitzende.

Die Beisitzer Hubmann und Fink wollen hingegen erneut für den Geschäftsführenden DAV-Vorstand kandidieren. Ob DAV-Chef Becker für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht – dazu ist bislang noch nichts zu erfahren.

Mit dem Ausscheiden von Claudia Berger kommt ein weiteres Problem auf den DAV zu: Aus Sicht vieler Apotheker ist die Frauenquote in den Spitzenorganisationen der Apotheker zu gering. Berger ist derzeit die einzige Frau an der DAV-Spitze, in der Bundesapothekerkammer ist Gabriele Overwiening aus Westfalen-Lippe die einzige Frau im Geschäftsführenden Vorstand. Im entsprechenden Gremium der ABDA sitzt neben Berger und Overwiening noch Karin Graf aus Baden-Württemberg. Doch auch Graf stellt es zumindest infrage, ob sie noch eine weitere Legislaturperiode lang regelmäßig nach Berlin reisen will. Die Auswahl für eine potenzielle Nachfolgerin Bergers an der DAV-Spitze ist überschaubar: Nur drei der 17 Landesapothekerverbände werden von einer Frau geleitet. Neben dem Saarland sind das Bremen (Christiane Lutter) und Brandenburg (Dr. Andrea Lorenz).

Ende des Jahres finden in allen drei Spitzenorganisationen der Apotheker Wahlen statt. Am 23. November wählt zunächst die Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer einen neuen Geschäftsführenden Vorstand. Der DAV folgt am 30. November. Am 7. Dezember muss sich dann schließlich die ABDA-Spitze um Präsident Friedemann Schmidt zur Wahl stellen. |

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