Arzneimittel und Therapie

Mit Pflanzen gegen Hitzewallungen

Metaanalyse zum Nutzen von Phytoestrogenen und Arzneipflanzen in der Postmenopause

Es wird weiterhin nach pflanzlichen Alternativen zur Hormonersatztherapie bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden gesucht. Eine aktuelle Metaanalyse deutet auf eine Wirksamkeit von Soja-Präparaten hin.
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Go green! Pflanzenbasierte Therapien gelten als schonend und sind bei Patienten sehr gefragt. Was meist fehlt, ist der Beweis ihrer Wirksamkeit.

Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren wie Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche und Vaginaltrockenheit belasten eine Vielzahl von Frauen weltweit. Eine wirksame Behandlungsoption stellt die Hormonersatztherapie dar, bei der die Ursache für die Beschwerden, nämlich der sinkende Spiegel der weiblichen Sexualhormone, ausgeglichen wird. Die Hormonersatztherapie ist allerdings seit der Publikation der WHI (Women‘s Health Initiative)-Studie vor gut zehn Jahren aufgrund möglicher Nebenwirkungen stark in die Diskussion geraten, sodass viele Frauen auf der Suche nach besser verträglichen Alternativen sind. In diesem Zusammenhang untersuchte eine aktuelle Metaanalyse die Frage, ob pflanzenbasierte Therapien bei der Behandlung von bestimmten Wechseljahresbeschwerden wirksam sind [1].

Hierzu wurde in den Datenbanken Ovid Medline, Embase und Cochrane Central nach randomisierten, placebokontrollierten Studien gesucht, die als Endpunkte die Anzahl der täglichen Hitzewallungen sowie teilweise auch Auftreten von nächtlichen Schweißausbrüchen und vaginaler Trockenheit beinhalteten. Ausgewertet wurden insbesondere Studien über sojahaltige Nahrungsmittel, Supplemente mit Soja-Extrakten, Supplemente auf Rotklee-Basis, Präparate mit Extrakten aus der Traubensilberkerze und traditionelle chinesische Arzneimittel.

Bei Verwendung von Soja-Präparaten zeigten sich eine leichte Abnahme der Anzahl an täglichen Hitzewallungen gegenüber Placebo (standardisierte Mittelwertsdifferenz [SMD] -1,31) und eine Verbesserung der vaginalen Trockenheit (SMD -0,31). Auf nächtliche Schweißausbrüche hatten Soja-Präparate dagegen keinen Einfluss.

Die sieben eingeschlossenen Studien, in denen Supplemente auf Rotklee-Basis untersucht wurden, konnten keine Überlegenheit gegenüber Placebo belegen, allerdings zeigte eine Studie die Abnahme der Zahl nächtlicher Hitzewallungen. Auch für Präparate aus der Traubensilberkerze und traditionelle chinesische Arzneipflanzen (z. B. Dong Quai) ergaben sich keine signifikanten Effekte.

Im Ergebnis kann lediglich von Präparaten, die Sojaisoflavone enthalten, eine leichte Reduktion der Anzahl von Hitzewallungen und eine Reduktion der vaginalen Trockenheit erwartet werden. Allerdings werden Qualität, Umfang und Heterogenität der Studien beklagt, die nach Ansicht der Autoren keine absolut gesicherten Schlussfolgerungen zulassen. |

Quelle

[1] Franco OH et al. Use of Plant-Based Therapies and Menopausal Symptoms. A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA 2016;315:2554–2563

[2] Lethaby A et al. Phytoestrogens for vasomotor menopausal symptoms. Cochrane Database Syst Rev 2013;(12):CD001395; doi: 10.1002/14651858.CD001395.pub4

Apothekerin Priv.-Doz. Dr. Kristina Jenett-Siems

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