Prisma

Mehr Parkinson-Patienten in den USA

Vor allem Männer betroffen

cae | Im Mittelwesten der USA haben die Fälle von Morbus Parkinson zugenommen, allerdings nur bei Männern. Die Gründe dafür sind unklar.
Foto: Deutsche Parkinson Vereinigung e. V.
Der typische Parkinson-Patient ist ein Mann über 70 Jahre. Im US-Staat Minnesota ist die Krankheit auf dem Vormarsch.

Seit 50 Jahren führt die renommierte Mayo-Klinik mit lokalen Partnern das Rochester Epidemiology Project durch, das alle verfügbaren medizinischen Daten in einem ländlichen Bezirk des US-Staates Minnesota sammelt und sukzessive auswertet (http://rochesterproject.org). Eine aktuelle Studie betrifft die Fälle von Morbus Parkinson (n = 464) und Parkinsonismus (Syndrome mit Parkinson-Symptomen anderer Ätiologie; n = 906) in den Jahren 1976 bis 2005. Im Durchschnitt erkrankten die Personen im Alter von 73 bzw. 74 Jahren; in beiden Patientengruppen waren die Männer etwas zahlreicher als die Frauen.

Die Epidemiologen gliederten die 30 Jahre in drei Dekaden und stellten fest, dass die Inzidenz für beide Erkrankungen bei Frauen etwa gleichgeblieben war, während sie bei Männern bezüglich M. Parkinson um 24 Prozent pro Dekade und bezüglich Parkinsonismus um 17 Prozent pro Dekade angestiegen war. Die Autoren der Studie können den Anstieg nicht erklären, halten es jedoch für möglich, dass die Abnahme der Zigarettenraucher in der Bevölkerung ein Faktor ist, denn in Tierversuchen hatte Nicotin einen gewissen protektiven Effekt gegen M. Parkinson gezeigt. Ebenfalls spe­kulativ erscheint den Autoren der Gedanke, dass die häufigere Anwendung von Pestiziden das Auftreten von Parkinsonismus gefördert hat. |

Quelle

Savica R, et al. Time Trends in the Incidence of Parkinson Disease. JAMA Neurol; Epub 20.6.2016

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