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„Distanzieren uns von Schmuddel-Vorwürfen“

Geplantes Verbot von Online-Rezepten: DrEd im Streit mit der Bundesärztekammer

BERLIN (bro/ral) | Die Bundesregierung plant, Online-Rezepte mit der 4. AMG-Novelle zu verbieten. Die britische Online-Arztpraxis DrEd würde damit ihre deutschen Kunden verlieren und ist verständlicherweise „not amused“. Entsprechend dünnhäutig reagierten DrEd-Ärzte nun auf eine Äußerung von Frank-Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK).

Auf dem deutschen Ärztetag hatte Montgomery das von der Bundesregierung geplante Verbot von Online-Rezepten gelobt. „Schmuddelrezepte über das Internet ohne Arztkontakt sind damit verboten. Und das ist auch gut so“, sagte er in seiner Rede. Die DrEd-Reaktion hierauf ließ nicht lange warten. In einem offenen Brief wehren sich Dr. Friederike Ebigbo und Dr. Michel Wenger gegen den „Schmuddel-Vorwurf“. Ebigbo ist als Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe bei DrEd tätig. Wenger ist auf der Internetseite der britischen Online-Arztpraxis nicht als Arzt aufgeführt. Beide weisen darauf hin, dass sie in England behördlich registriert seien und so durch staatliche Behörden „kontinuierlich inspiziert und überwacht würden“. Und weiter: „Die Inspektionen haben wir stets mit Bravour durchlaufen. Wir distanzieren uns daher mit Nachdruck von jedweden ‚Schmuddel-Vorwürfen‘.“

DrEd hatte bereits angekündigt, einen Beschluss des Bundestages zu Online-Rezepten EU-rechtlich prüfen zu lassen. In Richtung Montgomery bekräftigen die Ärzte nun: „Wer eine im Einklang mit geltendem EU-Recht qualitativ hochwertig erbrachte Tätigkeit ins ‚Schmuddel-Eck‘ rückt, der setzt sich dem Verdacht aus, durch den Appell an besitzstandswahrende und reaktionäre Ressentiments ‚Wahlkampfgetöse‘ zu machen.“ |

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