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Heilkräutergärten und historische Apotheken

Pharmazeutische Ausflugsziele für jedes Wetter

sjo | Sie suchen für die kommenden Feiertage oder Mai- bzw. Pfingst­ferien noch ein Ausflugsziel? Darf es etwas mit fachlichem Bezug sein, das trotzdem nicht die Laune belastet? Dann hätten wir hier ein paar Tipps:

Beginnen wir im Norden: Im auch insgesamt sehr lohnenswerten Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel kann man in einem Fachwerkhaus die Offizin der „Königlich Privilegierten Apotheke“ aus Lunden an der Nordsee aus dem Jahr 1843 bestaunen. Außerdem gibt es einen 85 m2 großen Heilkräuter­garten, der nach den Vorgaben des Schleswig-Hosteinischen Arzneibuchs von 1831 angelegt wurde. Wenn Sie sich die Apothekenschränke aus der Biedermeierzeit, die Stößerkammer und das Labor mit allen Gerätschaften genauer anschauen wollen, ist eine individuelle Führung empfehlenswert, zu der Sie sich telefonisch anmelden sollten. Infos und Kontaktdaten: www.schloss-gottorf.de/molfsee.

Einen Apothekergarten gibt es auch auf der Landesgartenschau in Eutin – er ist Teil des Küchengartens, der wiederum zu den Gartenanlagen des historischen Eutiner Schlosses gehört. Der „Hexenkessel“ wird vom Landesapothekerverband Schleswig-Holstein betreut. Infos zur Landesgartenschau: www.eutin-2016.de.

Im Süden der Bundesrepublik gibt es das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim mit einer „Kräuter-Apotheke“. Sie ist in zwei Stockwerken eines Gasthofs untergebracht, dessen Grundmauern schon um 1200 errichtet wurden. Mit zwei verschiedenen Of­fizinen, einer Kräuterkammer mit „Schnuppersammlung“, Material­kammer und Laboratorium sowie diversen alten Kräuterbüchern bietet die Kräuter-Apotheke viel historisches Anschauungsmaterial. Um den Gasthof herum werden Heilkräuter angebaut. Info: www.freilandmuseum.de.

Wenden wir uns nun nach Westen: Bei Schleiden im Nationalpark Eifel liegt das ehemalige Truppenübungsgelände Camp Vogelsang. Dort gibt es seit 2011 ein Rotkreuz-Museum mit etwa 600 m2 Ausstellungsfläche, auf denen u. a. Erste-Hilfe-Ausrüstungen, eine Feld-OP-Einrichtung sowie eine Feldküche aus den 1960er Jahren, die 1989 zur Versorgung der DDR-Flüchtlinge in der Deutschen Botschaft in Prag eingesetzt wurde, präsentiert werden. ­Ansonsten bietet das Areal Vogelsang auch ein Besucherzentrum, Schwimmbad, Kulturkino, Gastronomie und vielfältige Wandermöglichkeiten. Info: www.rkmvip.de.

Natürlich darf auch ein Tipp für die östlichen Bundesländer nicht fehlen: Harzgerode in Sachsen-Anhalt wartet mit einem Apothekenmuseum in luftiger Höhe auf, und zwar im Turm der evangelischen St. Marienkirche. Die Exponate stammen aus der 1649 gegründeten Berg-Apotheke. Neben der pharmazeutischen Sammlung ist auch der Blick aus der darüber liegenden Türmerwohnung über den Ort und den Ostharz lohnenswert. Info: www.harzgerode.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=154605). |

Quelle und Literaturtipp

„Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“

In ihrem zweibändigen Führer zu und durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie stellen Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt viele interessante Anlaufstellen vor: Das reicht von römischen Badruinen unter dem Friedrichsbad in Baden-Baden über diverse Krankenhaus- und ­Rotkreuz-Museen bis zum Schnarchmuseum in Alfeld und dem Museum zum Krankenrevier des KZ Sachsenhausen in Oranienburg.

Band 1 für Norddeutschland enthält Museen in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, NRW, Sachsen, Sachsen-­Anhalt und Schleswig-Holstein. Band 2 für Süddeutschland zeigt, welche medizin- und pharmaziehistorischen Schätze in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen zu besichtigen sind. Im Anhang sind auch entsprechende Museen in Österreich, der Schweiz und Südtirol aufgelistet.

Jede Museumsbeschreibung wird mit einem zusätzlichen Tipp abgerundet, und natürlich gibt es alle notwendigen Kontaktdaten, Öffnungszeiten und Symbole zu weiteren wissenswerten Details wie Parkmöglichkeiten, Rollstuhlzugang oder Programmen für Kinder.

S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2015

Bd. 1: ISBN 9783777625102, 29,90 Euro

Bd. 2: ISBN 9783777625119, 29,90 Euro

Bd. 1 und 2 im Set: ISBN 9783777625096, 49,– Euro

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