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Hat nicht gepasst

Mismatch beim Grippeimpfstoff

BERLIN (ks/ral) | Die Grippewelle ist abgeklungen – im Rückblick zeigt sich: Der bereits im Herbst ­befürchtete Mismatch der trivalenten Grippeimpfstoffe hat sich bewahrheitet.

Knapp 69.000 bestätigte Influenza­infektionen sind in der letzten Saison an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt worden. Rund 12.400 Patienten mussten hospitalisiert werden, über 192 starben nach RKI-Information. Mittlerweile ist auch bekannt, welche Viren in der vergangenen Saison dominiert haben: Influenza B-Viren (55%) und Influenza A(H1N1)pdm09-Viren (43%). Unter den B-Viren waren es wiederum die Viren der Linie Influenza B/Victoria, die dominierten (95 Prozent) – und gegen sie schützten die Rabatt-Impfstoffe nicht.

Die trivalenten Impfstoffe, über die in den meisten Regionen der Republik Rabattverträge mit den gesetzlichen Kassen bestanden, enthielten ein A/California/7/2009 (H1N1)pdm09-like Virus, ein A/Switzerland/9715293/- 2013 A(H3N2)-like Virus und ein B/Phuket/3073/2013-like Virus (B/Yamagata-Linie). Schon letzten September zeichnete sich ab, dass der meist verwandte Dreifach-Impfstoff wohl nicht passgenau sein wird.

Das missfällt nicht zuletzt Influsplit®-­Hersteller GlaxoSmithKline (GSK). Denn sein Produkt, das breiter wirksam war, hatte kaum eine Chance auf dem deutschen Markt. Der mit rund 23 Euro teurere tetravalente Wirkstoff, der zusätzlich noch ein B/Brisbane/60/2008-like Virus enthielt und somit die B/Victoria-Linie repräsentierte, blieb Privatversicherten und Selbstzahlern vorbehalten. |

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