Prisma

Ohrakupunktur gegen Schmerzen

Bei Patienten mit Rückenmarks­verletzung erfolgreich

cae | Die Ohrakupunktur stammt nicht aus China, sondern wurde in den 1950er-Jahren von dem französischen Arzt Paul Nogier begründet. Nogier behauptete, dass das Ohr ein Mikrokosmos des gesamten Körpers sei und dass Erkrankungen von Körperteilen und Organen durch Nadelstiche an den entsprechenden Stellen am Ohr effektiv behandelt werden können. Der amerikanische Militärarzt Richard Niemtzow entwickelte die Ohrakupunk­tur 2001 zur „Battlefield Acupuncture“ (BFA) weiter, die seither in der US-Armee zur Schmerzlinderung bei akuten Verletzungen eingesetzt wird. Klinische Studien zu ihrer Wirksamkeit ­fielen teils positiv, teils negativ aus.

Nun wurde in Baltimore eine kleine placebokontrollierte klinische Studie durchgeführt, um die BFA bei Patienten mit chronischen neuropathischen Schmerzen nach einer Rückenmarksverletzung zu testen. Die 24 Teilnehmer litten aufgrund sehr unterschied­licher Verletzungen (ab dem 3. Halswirbel bis zu den Lendenwirbeln) seit über einem Jahr unter mittelgradigen bis starken Schmerzen (mindestens 5 auf der NRS-Schmerzskala 0 – 10).

Die Patienten der Interventionsgruppe erhielten einmal wöchentlich insgesamt acht BFA-Behandlungen mit zehn Akupunkturnadeln. Die Patienten der Kontrollgruppe wurden nicht behandelt, ihnen wurde aber eine spätere Behandlung versprochen, um bei ihnen eine ähnliche Erwartungshaltung wie bei den Behandelten hervorzurufen („waiting list design“). In beiden Gruppen nahm die Schmerzintensität erheblich ab, in der Interventionsgruppe jedoch signifikant stärker als in der Kontrollgruppe (2,92 vs. 2,14).

Die Autoren interpretieren das Er­gebnis als „proof of concept“ der BFA zur Therapie chronischer Schmerzen nach einer Rückenmarksverletzung. |

Quelle

Estores I et al. Auricular acupuncture for spinal cord injury related neuropathic pain: a pilot controlled clinical trial. J Spinal Cord Med; Epub 15.2.2016

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