Aus der Hochschule

Abschiedsfeier und Verspohl-Preise

Absolventen der Universität Münster nahmen Zeugnisse in Empfang

Am 27. April fand die seit vielen Jahren in Münster zur guten Tra­dition gewordene Verabschiedung der Pharmazeutinnen und Pharmazeuten nach ihrer bestandenen 2. Pharmazeutischen Prüfung in festlichem Rahmen statt.

Das Programm begann mit einem ökumenischen Dankgottesdienst in der Universitätskirche. Anschließend stellte man sich zum obligaten Gruppenfoto vor dem PharmaCampus auf. Mit viel lustigem Geschiebe und Gedränge wurde dieses praktische Problem gemeistert – wie schon so vieles im vergangenen Studium. Dann ging es in den großen Hörsaal. Prof. Dr. Andreas Hensel, Vorsitzender der Prüfungskommission, begrüßte alle Kandidaten und Gäste und wies auf die gute Abschlussbilanz der Münsteraner Pharmazie hin: schnelles Durchstu­dieren, innovative Lehrkonzepte mit dem problemorientierten Lernmodul ­PharMSchool, 2,2 als Durchschnittsnote im langjährigen Mittel, und mit über 110 erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen pro Jahr.

Fotos: Uni Münster

Gruppenbild der Absolventen

Das Grußwort des Studiendekans des Fachbereiches Chemie und Pharmazie, Prof. Dr. Klaus Müller, leitete über zum Festvortrag „Aus Fehlern lernen“, in dem Prof. Dr. Matthias Lehr (Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Universität Münster) aktuelle Fallstricke in der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaft referierte. Neben den leider immer wieder vorkommenden traurigen Fällen vorsätzlichen Wissenschaftsbetruges kommen auch ­unwissentliche Fehler in der Forschung immer wieder vor, sei es durch unzureichende Messmethoden, ungenügende Methodenkenntnis oder einfach auch durch „­böse Moleküle“, die aufgrund ihrer speziellen Chemie und Funktionalität Aussagen vortäuschen können, die nachfolgend ganze pharmazeutische Entwicklungen beeinflussen können. Aber: Fehler sind menschlich und immer möglich. Wichtiger ist, aus diesen Erfahrungen zu lernen und die so gemachten Erkenntnisse in die weitere Forschung umzusetzen.

Das Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Dr. Hannes Müller, überbrachte anschließend die Grüße der Kammer, gratulierte allen Absolventinnen und Absolventen und zeigte, welche Möglichkeiten die Kammer den angehenden Apothekerinnen und Apothekern bieten wird.

In einer launigen Abschlussrede ließen die Studierenden das absolvierte Studium Revue passieren, wobei neben den anstrengenden Seiten der gemeinsamen Hochschulzeit auch die schönen Aspekte adressiert wurden.

Preise der „Verspohl Stiftung“

Seit einigen Jahren ist es an der WWU Münster guter Usus, dass im Rahmen der Abschiedsfeier auch die Preise der „Verspohl Stiftung“ überreicht werden. Diese Stiftung, die aus einer Initiative des langjährigen Pharmakologieprofessors Dr. Eugen Verspohl und seiner Gattin entstanden ist, zeichnet unter anderem außergewöhnliche Studienleistungen, bedürftige oder sozial vorbildlich aktive Studierende oder besondere Dissertationsvorhaben aus, wobei ein unabhängiges Kuratorium der Universität Münster (Vorsitz Prof. Dr. Klaus Langer, Pharmazeutische Technologie) die konkreten Entscheidungen trifft. Dieses Jahr hatte der Stifter dem Kuratorium die Auslobung eines Stipendiums sowie von Dissertationspreisen vorgeschlagen.

Für ihre wegweisenden Doktor­arbeiten wurden Shabnam S. Beydokhti (Arbeitskreis Prof. Dr. Andreas Hensel, Pharmazeutische Biologie und Phytochemie) und Dr. Wilhelmine V. Weckenbrock (Arbeitskreis Prof. Dr. Joachim Jose, Pharmazeutische und Medizinische Chemie) ausgezeichnet und erhielten jeweils 3000 Euro. Beydokhti hat über „Antiadhäsive Effekte pflanzlicher Extrakte und daraus isolierter Naturstoffe gegenüber uropathogenen E. coli“ geforscht und dabei insbesondere den Pflanzenschatz in ihrem Heimatland Iran berücksichtigt. Weckenbrock gelang zum ersten Mal die Darstellung eines funktionalen, vollständigen Antikörpers auf der Oberfläche eines gramnegativen Bakteriums („Autodisplay eines vollständigen IgG-Antikörpers“); dieser Antikörper ist für die Diagnostik von Tumoren wichtig, da er gegen einen Tumormarker gerichtet ist. Zudem hat er Potenzial als Werkzeug zum bakteriellen Tumor Targeting.

Die Preisträgerinnen Dr. Wilhelmine V. Weckenbrock (li.) und Shabnam S. Beydokhti mit Prof. Dr. Eugen Verspohl

Als dritte Begünstigte erhielt die Studierende Jana Waltemate eine fortgesetzte Unterstützung im Rahmen des Pro-Talent-Stipen­diums (1800 Euro).

Der Höhepunkt der Feier war natürlich die Übergabe der Zeugnisse durch Professor Hensel an die 33 Absolventen.

Der festliche akademische Akt klang mit einem Stehempfang bei Sekt und Popcorn aus; dann folgte eine festliche und lange Nacht beim Galadinner in entsprechender Atmosphäre.

Herzlichen Glückwunsch an alle erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen! |

Prof. Dr. Andreas Hensel

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