Prisma

Orale Antidiabetika künftig dermal?

High-Tech-Pflaster misst und injiziert

cae | Koreanische Nanotechnologen haben ein Pflaster entwickelt, das den Glucosegehalt im Schweiß misst und bei Bedarf das Anti­diabetikum Metformin appliziert.

Das Pflaster ist mit der zweidimensionalen Kohlenstoffmodifikation Graphen beschichtet und enthält zudem kleinste Goldpartikel, die die elektrische Leitfähigkeit verbessern. Spezielle Sensoren messen den Glucosegehalt auf der Haut im Zusammenhang mit der Feuchtigkeit und dem pH-Wert und senden die Messwerte an einen Computer, der daraus den Blutglucosespiegel errechnet. Das Pflaster speichert Metformin in „Mikronadeln“, mit denen es nach einem Signal des Computers dem Patienten injiziert wird; anschließend wird es durch einen thermischen Prozess freigesetzt. Zudem besitzt das Pflaster einen Tremor­sensor, der beim Zittern infolge einer Hypoglykämie den Computer alarmiert.

Die Forscher haben das Pflaster bei Mäusen und zwei gesunden Probanden getestet. Bevor es an Diabetikern getestet werden kann, muss sein Metforminspeicher noch vergrößert werden.

Vor einem Jahr wurde in dieser Rubrik ein Klebe-Tattoo mit Glucosesensor vorgestellt, das allerdings bisher nicht zugelassen wurde (s. DAZ 2015, Nr. 13, S. 6). |

Quelle

Lee H, et al. A graphene-based electrochemical device with thermoresponsive microneedles for diabetes monitoring and therapy. Nature Nanotechnol; epub 21.3.2016

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