DAZ aktuell

Es wird einiges los sein

Florian Schulze, Vorstandsmitglied des Vereins demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten

Arzneimittelpolitisch wird einiges los sein im kommenden Jahr. Die nächste AMG-Novelle liegt bereits vor. Nach dem Pharmadialog der Bundesregierung wird ein weiteres Gesetz kommen, in dem es um Antibiotikaresistenzen, Lieferengpässe und leider wohl auch das eine oder andere Geschenk der mit dem AMNOG so gebeutelten Pharmaindustrie gehen wird. Hier können wir nur hoffen und werden uns auch dafür einsetzen, dass die Nutzenbewertung nicht noch weiter aufgeweicht wird. Schließlich beweisen Sovaldi & Co., dass das AMNOG-System verbesserungswürdig ist. Das wichtige Thema der Antibiotikaresistenzen und -forschung wird auch der VdPP aufgreifen. Gemeinsam mit der BUKO Pharmakampagne veranstalten wir einen Workshop auf dem nächsten Kongress Armut und Gesundheit in Berlin im März 2016.

Foto: VdPP

Das TTIP-Abkommen soll noch 2016 abgeschlossen werden – trotz wachsenden Widerstands hüben wie drüben des Atlantiks. Noch immer ist nicht sicher prognostizierbar, was TTIP für die Arzneimittelversorgung und die Apothekenlandschaft aber auch für die gesetzliche Krankenversicherung bedeutet. Wenn jedoch die gewählten Parlamente bei jedem Gesetz zuerst prüfen müssen, ob die goldenen Kälber Freihandel und Wettbewerb beeinträchtigt werden könnten, wird es für die Patienten und das Solidarsystem sicher nicht besser. Für die SPD und damit für die Bundeskoalition könnte TTIP zur Zerreißprobe geraten. Nun, die Sozialdemokraten sind das ja gewohnt.

Natürlich werden wir weiter auf eine sachgerechte Umsetzung des DAT-Antrags zur evidenzbasierten Selbstmedikation drängen. Was die ABDA im Moment daraus macht, kommt einer Beerdigung dritter Klasse gleich. Sie ignoriert damit ein klares Votum des Apothekertags. Und das eigene Perspektivpapier – ebenfalls vom DAT beschlossen – droht zu einem Lippenbekenntnis zu verkommen, wenn der Berufsstand nicht selbst die organisatorischen Voraussetzungen für dessen Umsetzung in der tagtäglichen Offizinpraxis schafft. |

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