Wirtschaft

Kassenreserven wachsen

Rabattverträge sparen 2,8 Mrd. Euro in neun Monaten

BERLIN (dpa/ks) | 1,55 Mrd. Euro Überschuss haben die gesetzlichen Krankenkassen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 erzielt. Damit belaufen sich ihre Finanzreserven auf 16 Mrd. Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres gab es dagegen noch ein Defizit von 359 Mio. Euro.

In den ersten drei Quartalen 2016 stehen bei den Krankenkassen Einnahmen von rund 167,65 Mrd. Euro Ausgaben von rund 166,10 Mrd. Euro gegenüber. Unterm Strich bedeutet das einen Überschuss von 1,55 Mrd. Euro. Die Finanzergebnisse der Krankenkassen haben sich laut Bundes­gesundheitsministerium (BMG) damit insgesamt im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2015 um rund 1,95 Mrd. Euro verbessert. Die Ausgabenentwicklung habe sich in diesem Jahr deutlich abgeflacht – bei weiterhin positiv verlaufender Einnahmenentwicklung.

Je Versicherten gab es einen Ausgabenanstieg von 3,2 Prozent. Dies ist der niedrigste Anstieg seit 2012. Unterdurchschnittlich wuchsen dabei die Ausgaben für Arzneimittel. Nach Zuwächsen von 9,4 Prozent je Versicherten in 2014 und 4 Prozent in 2015 lag das Plus im 1. bis 3. Quartal 2016 bei nur noch 2,8 Prozent. Das entspricht laut BMG einem absoluten Zuwachs von 980 Mio. Euro (3,8%). Bei der Bewertung sei zu berücksichtigen, dass die Ausgaben für innovative Hepatitis-C-Arzneimittel in den ersten neun Monaten 2016 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 450 Mio. Euro niedriger ausfielen. Kräftig gespart haben die Kassen erneut durch Rabattverträge mit pharmazeutischen Unternehmen. Die Rabatterlöse sind in den ersten neun Monaten 2016 um knapp 11 Prozent auf rund 2,81 Mrd. Euro gestiegen.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erklärte: „Die guten Kassenzahlen zeigen, dass wir bei den notwendigen Verbesserungen, die wir in dieser Wahlperiode für die Patientinnen und Patienten auf den Weg gebracht haben, mit Augenmaß vorgegangen sind. Gleichzeitig tragen wir mit Strukturverbesserungen, etwa bei den Krankenhäusern und durch das Präventionsgesetz dazu bei, dass unser Gesundheitswesen auch morgen noch nachhaltig finanzierbar bleibt.“ |

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