Gesundheitspolitik

Pharmadialog in der Schlussphase

Was für Ergebnisse wird es geben? Bislang lässt sich nur spekulieren

BERLIN (ks) | Am 21. Januar fand die vierte und damit letzte große Runde des Pharmadialogs statt. Viel dringt nicht außen – das Bundesgesundheitsministerium hat Stillschweigen verordnet. Manches ist jedoch absehbar: So ist man sich etwa einig, dass es neue Maßnahmen gegen ­Lieferengpässe geben soll.

Beim Pharmadialog trafen sich Vertreter des Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftsministeriums sowie der pharmazeutischen Industrie, der Wissenschaft und der Gewerkschaft IG BCE. Letztes Mal ebenfalls geladen waren die Präsidenten des BfArM und des PEI sowie Vertreter des G-BA. Man sprach erneut über die drei großen Themenblöcke: Wie kann der Forschungsstandort Deutschland gestärkt, die Arzneimittelversorgung sicherer und der Pharmastandort zukunftsfest gestaltet werden? Konkrete Vereinbarungen wurden nicht gefasst. Erst bei der Abschlussveranstaltung am 12. April soll ein Bericht vorgelegt werden.

Apotheker außen vor

Das Thema der guten und sicheren Arzneimittelversorgung ist auch für Apotheker relevant, die aber nicht zum Dialog geladen waren. Hier ging es etwa um Antibiotika. Ebenso darum, wie das AMNOG weiterentwickelt werden kann. Die Krankenkassen bringen hier seit einiger Zeit Vorschläge, die Unternehmen haben andere Vorstellungen.

Ebenfalls auf der Agenda standen Lieferengpässe. Hier hatte die Bundesregierung in der Vergangenheit bei Nachfragen stets auf den Ausgang des Pharmadialogs verwiesen. Aktiv ist hier vor allem das BfArM. Es soll an einer Liste essenzieller Arzneimittel arbeiten, bei denen ein Engpass besonders schwerwiegend wäre. Kein leichtes Unterfangen. Diese Woche wird es nach Informationen der AZ auf Fachebene ein Treffen mit den Krankenhausapothekern (ADKA) und der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) geben.

Die umstrittene Importförderung kam in der letzten Runde zwar nicht mehr zur Sprache. Doch zuvor zeigte sich hier große Einigkeit, dass sie überholt ist und nur geringe Einsparungen bringt. Das BfArM sieht in ihr vielmehr ein Einfallstor für Fälschungen. Doch Kohlpharma lässt seit Monaten nichts unversucht, für sein Geschäftsmodell zu kämpfen. Wenn es am Ende klappen sollte, könnte das auch daran liegen, dass Kanzeleramtschef Peter Altmaier seinen Wahlkreis just am Kohl-Sitz Merzig hat. |

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