Wirtschaft

Mehr Umsatz und Verlust

Shop Apotheke mit ersten Zahlen nach dem Börsengang

wes/dpa | Die kürzlich an die Börse gegangene holländische Versandapotheke Shop Apotheke konnte in den ersten neun Monaten des Jahres zwar ihren Umsatz steigern – das Minus wuchs aber ebenfalls.

Von 91 auf 125 Millionen Euro und damit um beachtliche 37 Prozent konnte die Shop Apotheke ihren Umsatz in den ersten drei Quartalen 2015 steigern. Das gab das auf den Versand von OTC-Arzneimitteln und Beauty- und Pflegeprodukten spezialisierte holländische Unternehmen am letzten Mittwoch bekannt. Im Kernmarkt Deutschland wuchsen die Holländer immerhin um 25 Prozent auf 105 Millionen Euro (Vorjahr: 84 Mio. Euro), der Umsatz in den übrigen Ländern konnte mehr als verdreifacht werden – wenn auch auf niedriger Basis. Er stieg von 5,2 Millionen in den ersten neun Monaten 2015 auf nun 18,4 Millionen Euro. Dazu kommen noch Website-Dienstleistungen der Tochtergesellschaft Xsite mit einem Bruttoumsatz von rund 3 Millionen Euro.

Das Wachstum hat aber Geld gekostet: Unter dem Strich stand nach neun Monaten ein Minus von 9,03 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 6,64 Millionen Euro Verlust gewesen. Ein Kostentreiber war die Werbung, außerdem fließt Geld in den Unternehmenssitz in Venlo: Das Lager wird vergrößert, Prozesse zunehmend automatisiert. Dafür nutzt das Unternehmen einen Teil des Emissionserlöses von 100 Millionen Euro aus dem kürzlich erfolgten Börsengang. Vor allem soll das Geld aber für die Expansion im Ausland genutzt werden. Im September wurde dafür die belgische Versandapotheke Farmaline übernommen, deren Integration bis zum Jahresende abgeschlossen sein soll. Darüber hinaus ist man in Holland, Österreich, Frankreich, Italien und Spanien aktiv.

Die Shop Apotheke versendet nur nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie Beauty- und Pflegeprodukte – für Rx-Arzneimittel gibt es die „Schwester“ Europa Apotheek Venlo (EAV). Das jüngste EuGH-Urteil zu den Rx-­Boni hat deswegen auf die Shop Apotheke ebenso wenig Einfluss wie ein mögliches Rx-Versandverbot in Deutschland. Für das vierte Quartal will sich der Versender aber sowieso auf den „Roll-out in Kontinentaleuropa“ konzentrieren, so CEO Michael Köhler. |

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